Kunststoffverpackungen – Wie steht es um das Recycling ?

Was ist Kunststoff ?

Kunststoffe sind Polymere vielseitiger Herkunft, Anwendung, Herstellung und Eigenschaften. Sie sind u.a. zugfest, Temperaturbeständig und Elastisch. Es gibt viele verschiedene Kunststoffe, welche z.B. als Baustoffe, Verbrauchsmaterialien, oder Verpackungen dienen. Ein Leben ohne Kunststoffe ist schon so gut wie gar nicht mehr möglich, denn man findet sie überall, im Hausbau, im Handy, in den Küchenutensilien, als Dekor, oder als Tragetasche. Zudem finden sie einen wichtigen Anwendungszweck, als Verpackungsmaterial in der Lebensmittel, und Verbrauchsmittelindustrie. [1]

Wieso überhaupt Kunststoff ?

Kunststoffe haben viele Eigenschaften, welche Werkstoffe Metalle oder besser recycelbare Materialien wie Papier, Pappe oder Holz nicht aufweisen. Unser heutiger Komfort basiert auf Kunststoff. Wenn man sich umsieht, ist überall, irgendwie Kunststoff enthalten. Unsere heutige Welt ist ohne Kunststoff nicht mehr denkbar. [2]

Was gibt es alles für Kunststoffverpackungen ?

Kunststoffverpackungen können aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Kunststoffen bestehen, wobei jeder seine ganz individuellen Vor- und Nachteile hat.

Gebräuchliche Kunststoffe sind PET, PE, PP, PS, PVC, PC und PA [3]

PET (Polyethylenterephtalat) wird hauptsächlich für Trinkflaschen und Umverpackungen wie z.B. Schalen benutzt. Es ist chemisch beständig, nur stärkere Säuren sind etwas problematisch. PET ist sehr gut recyclebar, und wird, aufgrund des deutschen Pfandgesetzes, werden rund 97% der PET-Flaschen Recycelt. Abseits der Flaschen wird PET zu ca. 30% sortenrein recycelt. Eine Mehrweg-PET Flasche kann bis zu 16 mal wieder befüllt werden, danach werden sie, wie Einweg-PET Flaschen, geschreddert, geschmolzen und wiederverwertet. PET ist im Moment, nicht zuletzt aufgrund der Wirtschaftlichkeit, der umweltschonendste Kunststoff. Es wird hauptsächlich aus fossilen Rohstoffen hergestellt, kann aber auch als „Bio-PET“ zum Teil aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. [4]

PE (Polyethylen) ist mit ca. 30% der meist verwendete Kunststoff für Verpackungen. Mit unterschiedlichen verfahren kann man unterschiedliche Arten von PE herstellen. Primär LDPE und HDPE (Low Density Poly Ethylene) (High Density Poly Ethylene). PE ist 100% recyclebar, und kann zu ca. 98% sortenrein gefiltert werden. PE ist verhältnismäßig gasdurchlässig, wodurch es nicht alleine für geschlossene Behälter genutzt werden kann. Es wird hauptsächlich aus fossilen Rohstoffen hergestellt. [5]

PP (Polyproylen) ähnelt dem PP, ist jedoch beständiger. Zudem besitzt es gute Barriere-Eigenschaften gegenüber Wasserdampf und Fetten. Es kann recht gut recycelt werden, da es jedoch ein recht neuer Kunststoff ist, wird es das jedoch so gut wie gar nicht. Es wird hauptsächlich aus fossilen Rohstoffen hergestellt. [6]

PS (Polystyren) ist moderat gut recycelbar, hat jedoch durch die recht hohe Dichte, und dem damit folgendem Gewicht, hohe Transportkosten und CO2-Emission. Zudem kann Polystyrol nicht für Lebensmittelzwecke wiederverwertet werden, da es mit Verunreinigungen belassen sein kann. Es wird hauptsächlich für Einweggeschirr benutzt, zudem ist es billig und Wasserdampf gegenüber durchlässig.Es wird hauptsächlich aus fossilen Rohstoffen hergestellt. [7]

PVC (Polyvinylchlorid) ist nach PP und PE der wichtigste Kunststoff. Er ist sehr resistent gegen UV, Laugen, Säuren, Fette und Alkohol. Seine Verwendung ist jedoch stark zurückgegangen, da er oft Weichmacher enthält. Die Recyclingquote liegt bisher niedrig, da das PVC schwer zu recyceln ist, und seine Qualität mit jedem mal das er recycelt wird abnimmt. Es wird hauptsächlich aus fossilen Rohstoffen hergestellt. [8]

PC (Polycarbonate) sind sehr harte, transparente und farblose Kunststoffe, welche in wiederverwendbaren Hartplastikflaschen, und in CD-Rohlingen vorkommen. Es wird kaum recycelt, und zudem immer weniger in Lebensmittelverpackungen benutzt, da es hauptsächlich aus Bisphenol A besteht. Es wird hauptsächlich aus fossilen Rohstoffen hergestellt. [9]

PA (Polyamide) sind zähe, schlagfeste Kunststoffe, mit meist niedrigem Schmelzpunkt. Sie sind moderat gut recycelbar, jedoch ist der Prozess derart unwirtschaftlich, dass kaum jemand Recyclinganlagen für PA betreibt. [10]

Sind Bio-kunststoffe eine Alternative ?

Bio-Kunststoff“ ist ein fehl leitendes Wort. Viele Kunststoffe werden aus fossilen Rohstoffen hergestellt, hierbei muss man auf Erdölvorkommen zurückgreifen. Zudem werden Unmengen an CO2 frei. Sogenannte Bio-Kunststoffe sind oftmals zum Teil oder gar ganz aus nachwachsenden Rohstoffen, was die CO2-Emission verringert, und unabhängig von Erdöl macht, am Endresultat der Umweltbilanz ändert dies jedoch nur sehr wenig, da trotzdem ein nicht biologisch abbaubarer Kunststoff entsteht. Auch wirklich biologisch abbaubare Kunststoffe sind oft durch Fehlinformation gelobt. Das PLA (Polylactid) z.B. ist ein 100% biologisch abbaubarer Kunststoff, welcher aus Milchsäure besteht, welche wiederum aus Fermentation gewonnen wird. Jedoch ist sie nur bei Temperaturen oberhalb von 60°C abbaubar, eine Temperatur, welche im Hauskompost nicht vorhanden ist. So ist das PLA nur in Kompostieranlagen abbaubar. Nun das große Problem, solche PLA-Kompostieranlagen gibt es kaum. Die PHA (Polyhydroxyalkanolate) sind eine interessante neue Art von Bio-Kunststoff. Sie sind in ihrem Ursprung biologisch, da manche Bakterien sie als Energiespeicher nutzen, und haben perfekte Eigenschaften für die Verwendung als Verpackung. [11]

Welche Probleme gibt es beim Recycling ?

Hauptsächlich gilt das Problem „Mensch“. Viele Menschen kümmern sich nicht um die Umwelt, und handeln daher nicht richtig. Und selbst Leute, welche sich um die Umwelt kümmern können oft gar nicht richtig trennen, nicht aufgrund von Böswilligkeit, oder Unwissenheit, sondern sind viele Verpackungen Mischungen, Lagen aus unterschiedlichsten Verpackungsmaterialien, welche man selbst nicht trennen kann. Alles in allem ist Recycling noch lange kein perfektes, noch nicht einmal ein gutes System, so wie es jetzt ist. Es müsste sich was an der Einstellung vieler Menschen, an der Priorität der Länder, und der Umsetzung innerhalb dieser ändern, damit das Recycling sein ganzes Potential entfaltet. [12]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Wikipedia[1][2][11][12]

Artikel der Verbraucherzentrale zu Kunststoffen[3][4][5][6][7][8][9][10]

Artikel der Verbraucherzentrale zu Biokunststoffen[11]

Aluverpackungen – Wie beeinflussen sie die Umwelt ?

Was sind die positiven Aspekte des Aluminiums ?

Aluminium ist mit 7,57 Massenprozent, das dritthäufigste Element der Erdkruste. Hier wird es aus dem Mineral Bauxit gewonnen. Aluminium ist mit einer Dichte um ca. 2,2g/cm3 ein Leichtmetall, es ist zugfest, recht zäh, und schmilzt bei 660,2°C. Aluminium hat eine gute elektrische, sowie eine gute Wärmeleitfähigkeit, nur übertroffen von Kupfer, Gold und Silber. Es ist ein recht reaktives Element, bildet aber in der Luft eine Oxidschicht, welche es weitestgehend inert macht, in einem Prozess welcher Passivierung heißt. Aluminium kann zu einem sehr großem Teil Recycelt werden, und benötigt hierbei nur 5% des ursprünglichen Energieaufwandes. Europaweit liegt die Recyclingrate von Aluminium bei ca. 67% (die eigentliche Menge von verwertetem Alu ist jedoch geringer). Durch die Passivierung benötigt Alu statt z.B. Eisen kein bis nur kaum Korrosionsschutz, und spart bei Fahrzeugen durch sein geringes Gewicht CO2 Emissionen.[1]

Was sind die negativen Aspekte des Aluminiums ?

Die Gewinnung von Aluminium bedarf viel Energie, so braucht es pro Kg Aluminium 13-18 khw, was ca. das 4-fache des jährlichen Stromverbrauchs einer Familie mit 4 Personen entspricht. Zudem fallen bei der Herstellung auf einen Kg Aluminium ca. 10Kg CO2 an, im ganzem Prozess vom Bauxit bis zum Endprodukt ca. 16,5 Kg CO2 pro Kg Alu. Zudem entsteht bei der Gewinnung von Aluminium nach dem Bayer-Verfahren pro Tonne Aluminium 1-1,5 Tonnen sogenanntem Rotschlamms. Rotschlamm ist eine Mischung aus Natronlauge, Aluminium, Natrium- und Alumosilikaten, sowie einigen Schwermetallen. Dieser Bauxit Abfall ist akut, durch die Natronlauge, aber auch chronisch aufgrund der Schwermetalle, wie u.a. Arsen, Blei, Chrom, Cadmium und Nickel, giftig und umweltschädigend. 2015 beliefen sich auf 115 Millionen Tonnen Aluminium 150 Millionen Tonnen Rotschlamm.[2]

Wo wird Aluminium benutzt ?

Aluminium ist aufgrund seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften, nach Stahl der wichtigste metallische Werkstoff. Es wird u.a. im Leichtbau, von z.B Fortbewegungsmitteln, oder im Haushalt als Alufolie oder Aluminiumbehälter, wie Getränke-, und Konservendosen genutzt. In Konserven befindet sich meistens noch eine Schicht aus Kunststoff, welche das Produkt schützen soll.[3]

Welche Probleme entstehen mit Aluminiumbehältern ?

Aluminiumbehälter sind durch die Oxidschicht recht inert, jedoch bei pH-Werten unter 4 oder über 9, oder bei sehr salzigen Lebensmitteln fängt Aluminium an in das Produkt zu diffundieren. 60mg pro Person in einer Woche gilt als tolerierbar. Nahrungsmittel mit hohem Salzgehalt z.B. eingelegter Fisch, oder saure Lebensmittel mit Zitronen- oder Essigsäure sollten deshalb nicht in Alufolie eingewickelt werden. Zudem können die Kunststoffbeschichtungen in Konservendosen Weichmacher, wie Bisphenol A enthalten, welche in das Produkt gelangen können.[4]

Werden Aluminiumverpackungen in der Kosmetik benutzt ?

In der Kosmetik findet sich ebenfalls Aluminium als Verpackungsmaterial, hauptsächlich in Form von Tuben. Diese haben einen inneren Lack auf Epoxyphenol-Basis. Diese Art von Lack verhindert, dass Aluminium in den Inhalt diffundiert, und schützt diesen ebenfalls vor Umwelteinflüssen wie Luftsauerstoff. Das Recycling von Epoxiden jedoch bietet eine große Herausforderung, da diese thermisch und chemisch stabil und resistent sind. Es ist möglich sie zu Recyclen, der Prozess hierfür ist jedoch aufwendig und verhältnismäßig teuer, zudem wird er so gut wie noch nicht benutzt. Ebenfalls stellt die Trennung des Epoxid-Lacks von der Aluminiumtube, eine weitere Schwierigkeit für das vollständige Recycling da.[5]

Ist Aluminium nun gut oder schlecht ?

Es gibt soweit keinen perfekten Ersatz für Verpackungsmaterialien, und das Aluminium ist auch nicht einwandfrei. Aluminium wird wohl noch sehr lange eines der wichtigsten Werkstoffe der Welt bleiben. Seine Herstellung ist aufwendig, und bei weitem nicht umweltschonend, sein Recycling jedoch ist einfach, billig und sparsam. Würde der weltweite Anteil des Alu-Recyclings um einiges über die jetzigen knappen 40% steigen, würde der Bedarf der Herstellung gesenkt, und der Umwelteinfluss stark verringert werden. Aluminium ist, wenn man es richtig anwendet, kein Gesundheitsrisiko, und stellt eine gute Möglichkeit dar Lebensmittel und Kosmetika zu verpacken. Am weltweitem Geschehen kann man selbst wenig ändern, den Müll richtig zu trennen ist jedoch ein guter Anfang.[6]

Quellen und Infos zum nachlesen:

Wikipedia[1][2][3][6]

Artikel der MZ zu Aluminiumverpackungen[4][5][6]

Der Hautsäuremantel – Was macht er ?

Was ist der Hautsäuremantel ?

Der Hautsäuremantel ist die Schicht zwischen Epidermis (der Oberhaut, und den Hautabsonderungen, so z.B. Schweiß. Der gesunde Mantel hat einen pH-Wert von zwischen 4,5 und 5,75, und dient als erster Schutz gegen Mikroorganismen.[1]

Was ist ein pH-Wert ?

Der pH-Wert ist eine chemische Skala, um Säuren und Basen, aufgrund ihrer Stärke einzuteilen. Die Abkürzung pH steht für das lat. „potentia hydrogenii“, was soviel wie „Die Kraft des Wasserstoffs (potentia – Macht, Kraft ; hydrogenii – (des) Wasserstoff(s))“ bedeutet. Der pH-Wert ist eine Skala von 0-14, welche das Verhältnis von Wasserstoffionen (H+ ) bzw. Oxoniumionen (H3O+) und Hydroxidionen (OH) angibt. Ein pH wert unter dem Mittelpunkt 7 ist Sauer (d.h. 0-6) und ein pH-Wert über 7 ist basisch (8-14) Zudem wird die Skala exponentiell größer, da mit jeder Veränderung um eine Stelle, sich die Konzentration des jeweiligen Teilchens um das 10-fache erhöht.[2]

Ein pH-Wert von 7 bezeichnet die Mitte der Skala, hier ist die Menge an H+ und OH gleich also 1:1 – z.B. Wasser hat einen pH von 7. Er gilt als neutral

Ein pH-Wert von 6 ist sauer, damit erhöht sich die Menge an H+ um das zehnfache, das Verhältnis ist nun 10:1 – Mineralwasser ist leicht sauer mit einem pH von 6

Geht man nun auf einen pH von 5 ist das Verhältnis 10×10 zu 1 also 100:1. Bei einem pH von 4 demnach 100×10 zu 1 also 1000:1 und so weiter. – Kaffee hat einen pH von 5 und Wein einen pH von 4.

Dies verläuft ebenso in die andere Richtung, so ist ein pH von 8 im Verhältnis 1:10, ein pH von 9 1:100, etc. – Meerwasser hat einen pH von ungefähr 8 und Seife einen von ca. 9

Wenn man das Wort „Säure“ oder „Base“ hört denkt man direkt an das Schlimmste vom Schlimmsten. Aber die Ätzwirkung von Säuren und Basen sind von vielen Faktoren abhängig. So ist pure Essigsäure hoch korrosiv gegenüber Metallen, und sorgt für schwere Verätzungen, verdünnt auf 3-12% finden wir sie im Haushalt zum Kochen, und auf die 30% verdünnt als Reinigungsmittel. Ebenfalls ist der pH nicht immer das Entscheidende, so ist Flusssäure (HF) nicht so eine starke Säure wie Salzsäure (HCl), aber das Fluorteilchen richtet wesentlich schneller, wesentlich schlimmere Schäden an als das Chlorteilchen.[3]

Was für eine Bedeutung hat der pH-Wert im Menschlichen Organismus ?

In unterschiedlichen Bereichen unseres Körpers benötigen wir unterschiedliche pH-Werte, um wichtige Funktionen durchzuführen. So kann z.B. da Hämoglobin im Blut bei sauren Bedingungen weniger Sauerstoff aufnehmen, in basischen dann mehr. Eine Übersäuerung des Blutes – Azidose – oder Untersäuerung des Blutes – Alkalose – wirkt sich negativ auf den Blutdruck aus. Im Magen befindet sich Salzsäure, mit welcher wir Nahrung zersetzen. Dort finden wir einen pH von 1-4, je nach Tageszeit und Ernährung. Unser Speichel ist ebenfalls sauer bis neutral, abhängig von Tageszeit und Ernährung.[4]

Welche Bedeutung hat der pH-Wert auf die Haut ?

Der pH-Wert, welcher auf der Haut vorliegt, ist ein Teil unserer natürlichen Abwehr. Er trägt dazu bei, dass schädliche Mikroorganismen abgetötet werden, und dass unsere natürliche Hautflora fortbesteht. Generell liegt er bei Männern etwas tiefer als bei Frauen, bei Babys etwas höher (ca. 5,5 – 6,5), da bei ihnen dieser Schutz noch nicht völlig ausgebaut ist. Die Hautflora ist ein komplexes Gemisch aus verschiedenen Mikroorganismen, also Bakterien und Pilzen. Sie helfen mitunter bei der Erhaltung des Schutzmantels, indem sie Fette zu Fettsäuren umwandeln, wodurch andere, schlimmere Erreger abgetötet werden (Corynebakterien), oder geben uns Menschen unseren individuellen Körpergeruch (Brevibacterium). Grundsätzlich sind sie harmlos, für Menschen mit intaktem Immunsystem, für Menschen mit Immunsystemstörungen können sie jedoch zu Krankheiten und Entzündungen führen (Streptokokken). Generell unterscheidet man unter Bakterien, welche alkaliphil und acidophil sind. Ein zu hoher pH-Wert auf der Haut kann zu Krankheiten wie Dermatitis, seborrhoischen Ekzemen, oder Infektionskrankheiten führen. Ein zu niedriger pH-Wert kann wiederum Rötungen, Reizungen und Trockenheit auslösen.[5]

Sollte man nun saure, Haut neutrale, oder basische Kosmetikartikel benutzen ?

Vorab, das Wort „Haut neutral“ wird oft falsch verstanden, denn es bedeutet nicht, dass ein Produkt einen pH wert von 7 (chemisch neutral), sondern einen um 4,7-5,5 besitzt. So ist ein pH-Neutrales Produkt nicht chemisch Neutral, sondern neutral im Verhältnis zum pH- Wert der Haut. Bei gesunden Menschen ist es egal welchen pH-Wert ein Kosmetikartikel besitzt. Die Wirkung des jeweiligen Artikels bestimmt deren pH-Wert, so sind Cremes meist sauer, Shampoos und Seifen meist basisch. Der Hautsäuremantel stellt sich nach wenigen Stunden bereits wieder auf sein Ursprüngliches Niveau ein. Menschen mit Krankheitsbedingungen sind hin und wieder anfälliger, dafür, dass der pH-Wert sich nicht so schnell wieder generiert.[6]

Die Kontroverse um den Hautsäuremantel

Die Meinungen gehen hierbei auseinander, ob nun der Hautsäuremantel nur ein toller Werbetrick der Industrie, oder doch mehr ist. Man ist sich nicht einig, da man bisher keine 100%ige Aussage zum Nutzen des Mantels machen konnte. Als Gegenargument gibt es die „Übersäuerungstheorie“, hierbei geht es darum, dass unser Körper zu viele saure Medien besitzt, und diese auch über die Haut los wird. Diese Theorie wurde jedoch nicht belegt, und findet doch oftmals als Argument der Naturheilpraktiker, und Alternativmediziner Anwendung, wenn nicht auch zuletzt um ihre Produkte zu verkaufen. Genau sagen kann man bis jetzt jedoch nicht wer falsch und wer richtig liegt.[7]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Wikipedia[1][2][3][4][6][7]

Artikel der Deutschen Haut. und Allergiehilfe e.V [5]

Detox – Was ist Entgiften ?

Detox – Was ist Entgiften ?

Was bedeutet „Detox“ eigentlich ?

Das Wort „Detox“ kommt aus dem lat. bzw engl. (Detoxifying) und bedeutet entgiften. Der Begriff beschreibt einige Prozesse und hat ein breites Anwendungsspektrum. So beschreibt er :

Die physiologische Entgiftung, d.h. die Verstoffwechselung von Toxinen

Den Abbau von Xenobiotika innerhalb der Zellen

Das Entschlacken des Körpers in der Alternativmedizin

Die Phase des Entzuges bei Abhängigkeitserkrankungen

Die Abwassersäuberung

Bei der Abwassersäuberung werden Cadmium, Zink, Blei, sowie Chromate, Cyanide und Nitrite aus dem Wasserkreislauf entfernt. Beim Entzug ist das Entgiften jene Phase, in welchem die Suchtsubtanz heruntergesetzt oder ganz weg gelassen wird. Hierdurch kann der Körper mit dem Entgiften beginnen, da keine neue Giftsubstanzen zugeführt werden.[1]

Was ist das biologische Detoxing ?

Das „Detoxing“ wird meist nur mit der Alternativmedizin in Verbindung gebracht. Hört man von „Detox-Kuren“ oder „Detoxing“, so wird das Entgiften des Körpers u.a. mittels systematischen Diäten oder esoterischen Praktiken wie z.B. durch Heilsteine gemeint. Sie sollen den Körper entschlacken und bei der natürlichen Entgiftung unseres Organismus helfen. Die physiologische Entgiftung ist der Vorgang, bei welchem Toxine mittels Biotransformation, unschädlich oder zumindest weniger toxisch gemacht werden. Dies geschieht über Leber und Nieren. Die Biotransformation bezeichnet hauptsächlich die Umwandlung von nicht ausscheidbaren, fettlöslichen, Stoffen, zu auschscheidbaren wasserlöslichen Stoffen. [2]

Warum beschreibt „Detox“ nicht alle Prozesse , obwohl es das doch bedeutet ?

Das Wort „Detox“ betrifft zwar mehr als die Alternativmedizin, wird jedoch hauptsächlich damit in Verbindung gebracht, so dass es unpassend für die Bezeichnung des tatsächlichen Abbaus von Toxinen ist. Es ist ein unterschied ob nun Pflanzen- oder Tiergifte, oder synthetische Substanzen aus unserer Umwelt oder des Privatlebens z.B. Alkohol oder Koffein verarbeitet werden, oder ob man vielleicht sein Cholesterinspiegel senken möchte. „Detox“ bezeichnet schon lange so gut wie nur noch die Alternativmedizin, und auch die „Entgiftung“ ist, im Volksmund, schon lange nicht mehr für den Abbau von tatsächlichen Giften geeignet. [3]

Was für Probleme ergeben sich daraus ?

Sprache ist ein Aspekt der Menschen, welcher sich so schnell verändert wie die Menschen selbst. Über die Zeit können sich Worte in ihrer Aussprache, Schreibweise, aber auch in ihrer Aussage ändern. „Detox“ und das deutsche Wort „Entgiftung“ sind im Volksmund, in ihrer ursprünglichen Bedeutung mittlerweile derart abgewandelt, dass sie, trotz ihrer logischen Implikationen, doch meist nicht das heißen müssen, was sie sollten. So kann jeder „Detox“ als Werbemittel benutzen, und muss nur minimale Wirkungen vollbringen, damit es legitim ist. Liest man von Detox Saftdiäten, so ist dies genau das was es verspricht, eine Entschlackungskur. Liest man von Entgiftung des Blutes mittels Dialyse, so ist dies ebenfalls genau das was es aussagt. Jedoch gänzlich andere Prozesse. Das eine soll möglichst die Blutwerte auf Vordermann bringen, das andere übernimmt die gesamten Aufgaben der Leber und Nieren, um das Überleben von Menschen mit schweren Organschäden sicher zu stellen. Beides Entgiftungsprozesse. Beide gänzlich anders. So neigt man schnell dazu das Wort „Detox“ / „Entgiftung zu unter- bzw. überschätzen. Keine Diät, keine Heilsteine oder Kosmetikartikel könnten in der tatsächlichen Wirkung der Entgiftung beispielsweise einer Dialyse das Wasser reichen. Gleichermaßen reichen sie doch bei weitem aus, wenn man sich ein wenig gesünder Erfahren möchte.[4]

Was heißt dies nun für Kosmetik ?

Es gibt viele Kosmetikartikel, welche mit Detoxwirkung werben. Und sie haben oft gar nicht unrecht damit. Der Haut, oder den Haaren beim Umgang mit Giftstoffen, seien sie aus der Umwelt oder aus dem eigenem Organismus, zu helfen, mit ihnen umzugehen ist eine Form von Entgiftung oder zumindest die Beihilfe dazu. Doch könnte man auch einfach die Wirkung, z.B. als Antioxidationsmittel beschreiben. Die Eigenschaften und Wirkungen die Kosmetika zu Kosmetika machen, sind entweder die direkte Entgiftung, die Beihilfe zum Körpereigenem Giftabbaus, oder passivierende Entgiftung (d.h. präventivem Schutz). Schlussendlich ist es nicht falsch, wenn man sagt, dass ein Kosmetikartikel „detoxing“ wirkt, es verstärkt den glauben an die versprochene Wirkung.[5]

Wo könnte man die Grenze ziehen ?

Ein Vorschlag hierzu wäre es, bestimmte Parameter fest zu legen, welche erfüllt sein müssen, so dass man „Detox“ wirklich als Entgiftung ansehen kann. So sollten Produkte, welche nur eine Aufgabe erfüllen, nicht mit „Detox“ beworben werden. Ein Kosmetikartikel mit Inhaltsstoffen als primäres Ziel vor Oxidation zu schützen, sollten daher mit ihrer eigentlichen Wirkung, nicht jedoch als „detoxing“ betitelt werden. Einige Parameter die erfüllt sein sollten, solche sind:

Sie sollten mehrere Wirkungen vereinen, und nicht nur ein oder zwei primäre besitzen

Sie sollten auf eine größere Fläche ansteuern

Sie sollten als Regelmäßigkeit, nicht als Tugend genutzt werden

Die oben genannten Punkte stehen ebenfalls im Verhältnis zum Anwendungsgebiet, so ist eine Handcreme kein Detoxing, ein antioxidatives, antibakterielles, Haut reinigendes, und regelmäßig angewendetes Antipickelprodukt schon eher.

Wie diese Parameter jedoch genau sein sollten ist abhängig vom persönlichem Empfinden. Man kann mit all diesen Informationen nun immer noch nichts abschließendes über das „ist“ oder „ist nicht“ sagen. Es verbleibt an jedem selbst sich eine Abgrenzung zu gestalten, aber nun ist dies bestimmt ein bisschen einfacher.[6]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Wikipedia[1][2][3][4][5][6]

Haarverlust – Wie entsteht er und was kann man dagegen tun ?

Was ist Haarausfall und wie entsteht er ?

Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, mit unterschiedlichen Gründen.

Androgenetischer Haarausfall – ist altersbedingt, und 80% aller Männer, sowie 50% aller Frauen sind davon betroffen. Es hat vor allem mit dem Steroid Dihydrotestosteron (DHT), welches die Haarfollikel angreift, zu tun.[1]

Alopecia areata – ist ein lokal begrenzter, kreisförmiger Ausfall von Haar, welcher meist durch Autoimmunkrankheiten bedingt sind. Hierbei greifen die T-Lymphozyten die Haarfollikel an.[2]

Diffuser Haarausfall – bezeichnet den Haarausfall am gesamtem Kopf, und hat meist mit Hormonschwankungen, Stoffwechsel-, Schilddrüsen-, und Kopfhauterkrankungen, Stress, Mineraliendefiziten von Eisen, Selen, Zink, Kupfer, und Silizium oder Medikamenten zu tun. Ionisierender Strahlung und das Metall Thallium können ebenfalls zum Haarausfall führen.[3]

Was kann man gegen Haarausfall tun ?

Haarausfall sollte in Korrespondenz zu ihrem Auslöser behandelt werden. So können die Schilddrüsen- und Nierenfunktionsparameter, Blutbilder, sowie der Enzymspiegel und ein Trichogramm Aufschluss auf die Ursache des Haarausfalls liefern. Ist der Auslöser bestätigt kann man gegen diesen Vorgehen. Es können Mineralien Defizite, vor allem von Silizium, aber auch ernsthafte Erkrankungen vorliegen. Ist keine schwerwiegende Krankheit der Hintergrund des Haarausfalls, können basisches, schonendes Shampoo oder Mineralien Tinkturen genutzt werden. Alopecia areata und Alopecia totalis werden durch gezielte Kontaktsensibilisierung mittels Quadratsäure oder Quadratsäuredibutylester behandelt, ebenfalls werden Glucocorticoide mittels oraler Gabe eingesetzt.. Androgenetischer Haarausfall wird z.B. durch DHT-Hemmer oder durch das Minoxidil behandelt. Die Wirkungsweise des Minoxidil wird auf seine Arterien erweiternden Eigenschaften zurückgeführt, wobei es für eine bessere Durchblutung der Kopfhaut kommen soll. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht geklärt. Man sollte nur keine Wunderheilung erwarten, denn der Rückgang des Haarausfalls ist erst nach 4-6 Monaten sichtbar. Davor schieben die neuen Haare, die alten aus der Haut, was den Anschein einer schnellen Besserung birgt, dieser Prozess ist auch als „Shedding“ bekannt.[4]

Gibt es Nebenwirkungen ?

DHT-Hemmer sind verschreibungspflichtig, und da sie in den Hormonspiegel eingreifen können sie schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Quadratsäure ist zudem kontaktsensibiliserend, und kann somit Juckreiz und Rötungen hervorrufen. Minoxidil wird als Medikament gegen Bluthochdruck gegeben, wenn alle anderen Medikamente keine Abhilfe schaffen. Nebenwirkungen bei der topischen Anwendung sind Kopfschmerzen, Juckreiz, Hautrötungen, Hypertrichose und Hypertonie.[5]

Gibt es natürliche Alternativen ?

Als Naturheilmittel können Tinkturen aus Salbei, Brenneseln, Wacholderbeeren oder Kapuzinerkresse benutzt werden. Sie versorgen die Kopfhaut und Haare, mit Mineralien und Pflanzenstoffen und regen die Durchblutung an. Aufnahme von Mineralien, ob topisch oder oral, besonders Silizium, Selen, Kupfer, Eisen und Zink helfen beim Haarwachstum, da sie wichtige Rollen im Körper, nicht zuletzt in der Kollagensynthese sind. Jedoch schlägt nicht jede Therapie bei jedem an. Der Grund des Haarausfalls sollte ergründet sein, und die Behandlung des Ursprungs dieser im Mittelpunkt stehen, den Haarausfall damit aufzuhalten sollte als schöner Nebeneffekt betrachtet werden.[6]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Wikipedia[1][2][3][4]

Medizinischer Artikel zu Haarausfall und Gegenmittelvorschläge[5]

Medizinischer Artikel zu Zink und Kupfer gegen Haarausfall[6]

Aloe Vera – Die Wüstenlilie als Wundermittel ?

Was ist Aloe Vera ?

Die echte Aloe (lat. Vera – Echt) ist ein kaktusartiges Affodillgewächs, und zählt somit zu den Liliengewächsen. Sie wächst in vielen Regionen Europas, ist sehr pflegeleicht und kann deshalb auch als Ziergewächs genutzt werden. Sie ist schon seit Jahrzehnten bekannt, so schwörten schon die alten Ägypter auf das „Blut“ der Wüstenlilie.[1]

Was macht sie zu einem solchem Wundermittel ?

Aus der Aloe Vera werden zwei Dinge gewonnen, der Saft und das Gel. Für eine lange Zeit wurde der Saft gegen Verstopfung genutzt. Er tritt nach dem Schneiden der Blätter aus, und ist gelblich in Farbe. Diese Farbe geben ihm seine Hauptinhaltsstoffe, die Anthranoide und das Aloin. Anthranoide sind im Verdacht karzinogene Wirkung zu haben. Durch seine Toxizität ist der Saft mittlerweile durch andere Mittel ersetzt worden, was jedoch die Medizin und die Kosmetik interessierter ist das Gel. Das Aloe Vera Gel nennt man das aus Polysacchariden, mit D-Glucose und D-Mannose, bestehende Wasserspeichergewebe. Es besteht zu 99% aus Wasser, der Rest sind Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, Salicylsäure und Enzyme.[2]

Was soll das Gel bewirken ?

Dem Gel werden Wundheilende, entzündungshemmende und kühlende Wirkungen zugeschrieben. Kleopatra schwor auf das „Blut“ der Aloe, und Christopher Columbus hatte immer eine Salbe aus Aloe-Vera auf seinen Exkursen zur Hand. Es wird zur äußerlichen und innerlichen Anwendung verarbeitet, und reicht von Cremes, über Salben bis hin zu Säften. Man findet Präparate der Aloe in Salben und Cremes zur Behandlung von Sonnenbränden, Dermatitis und Psoriasis.[3]

Ist die Wüstenlilie nun wirklich ein solches Wundermittel ?

Alles in allem, nein. Das Aloe-Vera-Gel weist einige interessante Wirkungsweisen und Anwendungen auf, jedoch ergeben Studien und Placebotests keine eindeutigen Ergebnisse. Zudem sind mit den über 200 Inhaltsstoffen nur schwer Aussagen zu treffen, welche wenigen diese Stoffe überhaupt eine Wirkung erzielen. Aussagen und Erfahrungsberichte gehen zu weit auseinander um ein klares Statement zu geben. Fakt ist, Aloe-Vera-Gel kann bei einigen Beschwerden helfen, es ist aber nicht immer so wirksam wie angepriesen. Lediglich die Einnahme von Saft oder Püree der Aloe Vera in welchem teile der Blätter enthalten sind sollten gemieden werden, da diese große Mengen an Anthranoiden enthalten.[4]

 

Quellen und Infos:

Wikipedia[1][2]

Arte – Xenius zur Aloe Vera[3][4]

Palmöl in Kosmetik – Was ist das Problem ?

Was ist Palmöl, und wo kommt es her ?

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Sie ist ca. dreimal so ertragreich, wie Raps, und benötigt nur ein sechstel der Anbaufläche von Soja, bei selber Ausbeute. Je nachdem aus welchem Teil der Ölpalme das Palmöl gewonnen wird, hat es eine andere Zusammensetzung. Das Öl aus den Früchten hat einen sehr hohen Anteil an Öl- und Palmitinsäure. Das Öl aus den Kernen hat einen sehr hohen Anteil an Laurinsäure. Das Palmöl hat ebenfalls eine ungewöhnlich große Menge an A Vitaminen und Tocopherol.[1]

Wo wir Palmöl benutzt ?

Palmöl ist sehr vielseitig. Es wird in Lebensmitteln benutzt, wobei es zum Kochen, Braten, Backen, sowie zur Herstellung von Süßigkeiten und Margarine eingesetzt wird. Es findet sich heutzutage fast in jedem zweitem Produkt in deutschen Supermärkten. Ebenfalls wird es zu Herstellung von Tensiden benutzt, besonders dem Natriumlaurylsulfat. Zudem findet es Anwendung in der Kosmetik, als Konsistenzgeber und als Träger- oder Wirkstoff. Ebenfalls wird es zur Herstellung von Biodiesel eingesetzt. Durch seinen hohen Ertrag ist ebenfalls es sehr billig. Nach Sojaöl ist es mit knapp 30% Anteil am Marktumsatz das meist angebaute Pflanzenöl der Welt.[2]

Was sind die Probleme mit Palmöl ?

Der Anbau von Palmöl steigt stetig an, so gab es im Jahre 2014 auf 2015 einen 15% Anstieg, von 57,3 Millionen Tonnen, auf 60 Millionen Tonnen.[3] Hierdurch müssen, trotz seines hohem Ertrages riesige Plantagen angelegt werden. In den Jahren von 1990 bis 2005 wurden 1,87 Millionen Hektar in Malaysia, und rund 3 Millionen Hektar Plantagen in Indonesien angelegt.[4] Der Großteil dieser Plantagen entstand hierbei durch die Rodung der dortigen Regenwälder. Zudem soll es auf den Plantagen zu ungerechten Arbeitsbedingungen, oder gar Zwangs- und Kinderarbeit kommen. Dazu zählen auch ungenügende Schutzausrüstung der Arbeiter, wodurch es zu vielen Vergiftungen und Todesfällen, durch das häufig eingesetzte Herbizid Paraquat kommen. Laut dem wissenschaftlichem Magazin „Spektrum“ sollen die Treibhausgasemissionen ebenfalls massiv in die Höhe geschossen sein.[5] Beim Fertigprodukt kann es ebenfalls durch sogenannte Prozesskontaminanten dazu kommen, dass Fremdstoffe wie 2-, und 3-MCPD sowie Glycidol darin zurückbleiben. Die IARC stuft Glycidol als „möglicherweise Krebserregend“, und MCPD als genotoxisch ein.[6] Nach Studien der EFSA enthält Palmöl als Mittelwert rund 3.955μg/Kg Glycidol. Andere Pflanzenöle dabei zwischen 300 und 15μg/kg.[7] Zudem gibt es nur für den Anbau, für die Verwendung als Biodiesel, strenge ökologische und ökonomische Richtlinien. Der Anbau für die Verwendung als Lebensmittel oder Verbrauchsgüter hat solche Regelungen nicht. Selbst Öko-Siegel müssen nichts aussagen. Das RSPO ist eines der Gütesiegel, welches ausreichende Aussagekraft besitzt, steht aber in der Kritik der „Rettet den Regenwald e.V“ nicht genug auf Rodung und Klimawandel einzugehen.[8]

Gibt es Alternativen ?

Alles in allem, nein. Palmöl ist derart ergiebig, und vielseitig, dass es kaum Alternativen gibt. Als Ersatz käme Kokosöl in frage, der adäquate Anbau dessen Erzeugers jedoch würde die benötigte Anbaufläche um ein 5-faches vergrößern, und die Treibhausgasemissionen um knapp 308 Millionen Tonnen erhöhen.[9] In Kosmetikartikeln kann Palmöl durch andere Fette ersetzt werden. Nachhaltige Kosmetik verzichtet meist ganz auf Palmöl, und setzt hierbei lieber Sheabutter, Kakaobutter und Kokosöl ein. Tenside können ebenfalls aus anderen Materialien hergestellt werden, und es gibt einige Alternativen zu solchen, die auf Palmöl basieren. Ganz abschaffen können wird man das Palmöl, oder zumindest seine negativen Aspekte auf die Umwelt erstmals nicht. Aber ein Blick auf die Inhaltsstoffe und eine kurze Suche nach dem RSPO-Siegel kann für Interessierte zumindest etwas Aufschluss geben.[10]

Quellen und Infos zum nachlesen :

FAO Suchmaschine[3]

NewScientist Artikel zur Rodung für Palmölplantagen[4]

Spektrum Artikel zu Palmöl und Treibhausgasen[5]

Artikel zu MCPD und Glycidol[6][7]

Wikipedia[1][2][8][9][10]

 

Talkum in Kosmetika – Was macht es da ?

Was ist Talkum ?

Das Talkum ist ein Mineral namens Steatit, welches Hauptbestandteil des Specksteins ist. Es hat die chemische Formel Mg3[Si4O10(OH)2], das sogenannte Magnesiumsilikathydrat. Es ist ein recht häufiges Mineral, mit der Moh´s Härte 1 (mit dem Fingernagel verreibbar). Es ist damit sehr weich, und gilt als weichstes Mineral auf der Moh´s Skala.[1]

Wo wird Talkum benutzt ?

Talkum wird in vielen Industrien als Füll-, und Gleitmittel, in Lebensmitteln als Trennmittel, und in der Kosmetik als Basis für Puder. In der Elektrik findet es Anwendung als Isoliermittel für Kabel oder in Sicherheitseinsätzen. Es wurde eine lange Zeit in Babypuder benutzt, bis es von Windeln mit saugstärkerem Material abgelöst wurde. Als Speckstein wird es in der plastischen Kunst eingesetzt, da es sehr leicht zu bearbeiten ist.[2]

Wie gefährlich ist Talkum ?

Talkum wird schon seit dem Altertum für unterschiedliche Dinge verwendet. Inden 1960er Jahren wurde es industriell für allerlei Verwendungszwecke verkauft. So war es um 1980 auch sehr prominent in Babypudern. Diese wurden hierbei durch saugstarke Windeln abgelöst, nicht zuletzt auch deshalb, dass viele Tode und Krankheitsfälle von Säuglingen und Kindern auf die Verwendung von Babypudern mit Talkum zurückzuführen war. Beim Einatmen von Talkum können Lungenentzündungen durch Feinstaubanlagerungen entstehen. Ein direktes Krebsrisiko ist bis jetzt nicht eindeutig vorhanden, faserartiges Talkum hat jedoch ähnliche Wirkungen auf die Lunge wie Asbest. Auf der Haut können Talkumpartikel größer als 100μm ebenfalls zu sogenannten Granulomen kommen. Problematisch werden diese besonders bei offenen Wunden. Zudem wurde bewiesen, dass Frauen, welche Talkumpuder im Genitalbereich häufiger anwendeten, ein um 40% höheres Risiko haben, an Eierstockkrebs zu erkranken.[3]

Gibt es Alternativen ?

Alternativen zu Talkum sind z.B. Maisstärke, Reismehl und Backpulver. Feuchte organische Medien bieten jedoch einen guten Nährboden für Pilze, besonders Hefe. Das Babypuder wurde bereits abgelöst, und in der Industrie herrschen strenge Vorschriften im Bezug auf Schutzausrüstung. Kosmetikartikel legen ebenfalls bereits dem Talkum ab. Das Talkum selbst ist jedoch nicht giftig. Es ist als Feinstaub, beim einatmen gesundheitsschädlich, herrscht jedoch nicht die Gefahr des Einatmens, wie z.B. bei Cremes mit gebundenem Talkum, so ist es eigentlich harmlos. Man sollte generell vermeiden jegliche Pulver einzuatmen, da hiervon eigentlich die Gefahr ausgeht.[4]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Wikipedia[1][2][3][4]

Kohle in Kosmetik – Was ist Aktivkohle ?

Was ist Aktivkohle ?

Aktivkohle ist grob bis feinkörnige Kohle mit einer sehr großen Oberfläche. Sie findet Anwendung in vielen Bereichen von der Industrie, über Medizin, bis hin zur Heimtechnik. Sie wird meist als Körner oder feinkörniges Pulver verkauft.[1]

Wie funktioniert Aktivkohle ?

Aktivkohle hat eine riesige Oberfläche. Mit zwischen 300 und 2000m2/g hat ein Gramm A-Kohle ungefähr die Oberfläche eines Fußballfeldes. Mit dieser sehr großen Oberfläche kommen auch sehr große Oberflächenkräfte. Durch diese Kräfte ist die A-Kohle in der Lage jegliche Partikel zu binden. Zu solchen Partikeln gehören Staub- und Schmutzpartikel oder Gift-, Farb- und Aromastoffe.[2]

Wie wird A-Kohle hergestellt ?

Aktivkohle wird aus jeglichen Quellen für Kohlenstoff, wie Pflanzenmaterial aber auch durch Stein- und Braunkohle hergestellt. Hierbei werden organische Verbindungen so lange chemisch oder physikalisch behandelt, bis hauptsächlich Kohlenstoff übrig ist. Anschließend wird diese Kohle „aktiviert“, indem man, mittels Oxidation mit Wasserdampf oder Luftsauerstoff Teile der Kohle in Kohlenstoffmonoxid und anschließend in Kohlenstoffdioxid umsetzt. Hierdurch entsteht ein löchriges, schwammiges Netz aus aktivierter Kohle. [3]

Wo wird Aktivkohle eingesetzt ?

A-Kohle wird in der Reinigung und Aufarbeitung in Klima-, und Belüftungsanlagen, als Träger von Katalysatoren und Aufarbeitungsmittel in der Chemie, als Giftstoff bindender Stoff in der Medizin, zur Entfernung von unerwünschten Geschmacks-, oder Farbstoffen in Lebensmitteln (z.B. in Wodka und Rum), als Filter in Atemschutzmasken und als Aquarien-, Teich- und Trinkwasserfilter genutzt. Zudem findet es Anwendung in der Kosmetik, in Zahnpasta, wo es einen aufhellenden, und in Gesichtsmasken, in welchen es einen Fett- und Schmutzpartikel bindenden Effekt hat.[4]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Wikipedia[1][2][3][4]

Pestizide – Was ist das Eigentlich ?

Was sind Pestizide ?

Das Wort „Pestizid“ lässt sich aus dem Lateinischem, pestis → Seuche, und caedere → töten ableiten. Pestizide sind Chemikalien, welche das Fortbestehen von ungewollten und oder schädlichen Lebewesen vermindern. Sie werden im Pflanzenschutz, für den Anbau von u.a. Früchten, Obst, Gemüse und Getreide, sowie für dem hygienischem Schutz in der Herstellung, Verarbeitung, Verpackung und Verteilung von Lebensmitteln und dergleichen genutzt.[1]

Was sind Pestizide chemisch ?

Pestizide bezeichnet die Übergruppierung aller Mittel, welche dem Schutz von Pflanzen und Menschen vor Schädlingen und Mikroorganismen dienen. Sie haben viele Untergruppen, wovon die Relevanten die Folgenden sind:

  • Pflanzenschutzmittel; Sie schützen Pflanzen vor Fressfeinden und Erregern

  • Biozide; Sie haben viele Zielorganismen, darunter Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze, sowie größere Organismen so z.B. Insekten oder Nager.

  • Herbizide; Unkrautvernichter, welche gezielt oder Radikal gegen pflanzliches Leben vorgehen.

Zu den Pflanzenschutzmitteln zählen Biozide, Herbizide, sowie Wachstumsregulatoren. Solche sind z.B. Insektizide, welche hauptsächlich aus Phosphorsäureestern, Carbamaten, Neonicotinoiden und Pyrethroiden zählen. Natürliche Insektizide sind z.B. Nikotin, Anabasin oder Piperin. Zu den angewandten Herbiziden gehören Aminosäurederivate wie das Glyphosat (eingestuft nach WHO als Karzinogen 2A, „steht im starkem Verdacht Krebs im Menschen auszulösen“[2]). Diese machen ca. 18% der weltweit eingesetzten Herbizide aus[3]. Die Sulonylharnstoffe, wie z.B. das Amidosulforon (Nach GESTIS-Stoffdatenbank stark Gewässergefährdend[4]). Diese machen rund 10,8% der weltweit eingesetzten Herbizide aus. [5]

Die Biozide finden hierbei abseits des Anbaus von Pflanzen, in der Verarbeitung, Herstellung und Verteilung von Lebensmitteln und anderen Verbrauchsgütern Anwendung. So z.B. Desinfektionsmittel mit den Subkategorien der Bakterizide (töten Bakterien ab), Viruzide (töten Viren ab), Algizide (töten Algen ab) und den Fungiziden (töten Pilze ab). Solche Stoffe sind mit unter Aldehyde, Alkohole sowie chlorhaltige Substanzen. Zudem gehören zu den Bioziden noch die Rodentizide, die Nagetierbekämpfungsmittel, meist Cumarin Derivate, welche die Blutgerinnung unterbinden. Außerdem gibt es Avizide (gegen Vögel), Molluskizide (gegen Schnecken), Piscizide (gegen Fische), Akarizide (gegen Arthropoden) und Nematizide (gegen Fadenwürmer).[6] Alle haben ihre jeweiligen zugelassenen und verbotenen Stoffe.[7]

Wie gesundheitsschädigend sind Pestizide ?

Pestizide können potenziell Schäden an Ökosystemen, Menschen, und Organismen, für welche sie nicht gemacht sind anrichten. Sie sind ein ständig auftretendes und schwer zu behandelndes Thema. Viele Studien zu Pestiziden haben keine genauen Aussagen gegenüber ihrer Toxikologie, KRM-Wirkung, oder Ökotoxikologie. So gibt es kein klares Bild gegenüber den, im Moment genutzten, Pestiziden. Sie bewegen sich in Grauzonen, welche klare Applikationen in Kontrast zu ungenauen, möglichen Schäden darstellen, also dem Nutzen der Sicherheit aufgrund von Unwissenheit vorziehen. In den letzten Jahrzehnten wurden einige Pestizide verboten.[8] Und ein paar sogar Weltweit, als Teil der sogenannten Dreckigen Zwölf (engl. „Dirty Dozen“)[9]. Auch wenn in Deutschland die Regelung nach der Grundgedanken „As low as reasonably achivable“ für die Grenzwerte von, mit Pestiziden belassenen Obst, Gemüse und Getreide streng einzuhalten sind, so werden jene Mengen, welche gefunden werden noch als schädlich eingeschätzt.[10]

Pestizide in der Kosmetik

Besonders in der Naturkosmetik, in welcher pflanzliche Inhaltsstoffe einen Großteil der Komposition ausmachen, stellt sich die Frage „Gibt es Pestizidrückstände ?“. Je nach ursprünglicher Überzeugung stellt sich diese Antwort anders ein. Wurden die Pflanzen ohne Pestizide angebaut, befinden sich keine im Pflanzenrohmaterial. Wurden sie mit Pestiziden angebaut, befinden sich diese Spurenweise im Pflanzenrohmaterial. Und dennoch, es können Biozide im Endprodukt enthalten sein. Stoffe, welche das Produkt selbst schützen. Natürlich keine derartigen, wie sie im großflächigem Anbau genutzt werden, aber dennoch. [11]

Gibt es Alternativen ?

Es gibt natürliche Quellen von Pflanzen eigenen Pestiziden, Nikotin, Anabasin, Piperin und die im Moment interessante Pelagronsäure. Oder natürliche Fressfeinde von Schädlingen. Doch sind sie für den Bedarf des Menschen nicht effektiv genug, oder sorgen für andere Probleme bei der Ernte oder der Weiterverarbeitung. Alleine Deutschland hat einen Jahresverbrauch von über 48 Tausend Tonnen von Pestiziden aller Art (stand 2017)[12]. Biologische Pestizide sind jedoch auf dem Vormarsch, werden aber wohl nicht zuletzt auch durch den wirtschaftlichen Aspekt zurückgehalten. 2017 stieg der weltweite Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln um 5,6% auf rund 47,62 Milliarden Euro.[13] Dennoch schreitet die Forschung stetig voran, und vielleicht bekommen die „dirty dozen“ bald noch ein dutzend dazu.

Was heißt all dies nun ?

Pestizide sind nicht umsonst ein derart schweres Thema. Ohne sie wäre es gesünder, umweltfreundlicher, hyperbolisch gar utopisch. Im Moment jedoch ist es genau das, Utopie. Mit rund 7,6 Milliarden Menschen, viele mit quasi nichts und noch mehr die jetzt schon ums Überleben kämpfen, muss man an die Versorgungsnöte denken. Ein ähnlich schweres Thema wären Kernkraftwerke. Sie sind bei weitem nicht Umweltfreundlich, und zudem stellen sie auch eine enorme Gefahr dar. Atomkraft liefern zwar nur ca. 11,7% (stand 2017)[14] des Stroms, aber würden nun vom einem Tag auf den anderen diese 11,7% fehlen, so würden die Kosten ins unbezahlbare steigen. Gleichermaßen gilt dies für Pestizide, es wäre besser ohne sie, doch könnten wir den Bedarf nicht decken, nicht für die die die jetzt schon hungern, nicht für die die vor dem Hunger bangen, und auch nicht die, die im Moment nicht vom Hunger betroffen sind.

Quellen und Info zum nachlesen:

Eintrag zu Pestiziden des Bundesinstitutes für Risikobewertung[6][7][8]

Stockholm Convention zu den „dirty dozen“[9]

Statistiken zur Stromerzeugung[14]

Artikel zum Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln des Industrieverbandes Agrar[13]

PDF des Bundesamtes für Verbraucherschutz zu Pflanzenschutzmitteln (download)[12]

Eintrag der IARC unter WHO zu Glyphosat[2]

Wikipedia[1][3][4][5][10][11]