Palmöl in Kosmetik – Was ist das Problem ?

Was ist Palmöl, und wo kommt es her ?

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Sie ist ca. dreimal so ertragreich, wie Raps, und benötigt nur ein sechstel der Anbaufläche von Soja, bei selber Ausbeute. Je nachdem aus welchem Teil der Ölpalme das Palmöl gewonnen wird, hat es eine andere Zusammensetzung. Das Öl aus den Früchten hat einen sehr hohen Anteil an Öl- und Palmitinsäure. Das Öl aus den Kernen hat einen sehr hohen Anteil an Laurinsäure. Das Palmöl hat ebenfalls eine ungewöhnlich große Menge an A Vitaminen und Tocopherol.[1]

Wo wir Palmöl benutzt ?

Palmöl ist sehr vielseitig. Es wird in Lebensmitteln benutzt, wobei es zum Kochen, Braten, Backen, sowie zur Herstellung von Süßigkeiten und Margarine eingesetzt wird. Es findet sich heutzutage fast in jedem zweitem Produkt in deutschen Supermärkten. Ebenfalls wird es zu Herstellung von Tensiden benutzt, besonders dem Natriumlaurylsulfat. Zudem findet es Anwendung in der Kosmetik, als Konsistenzgeber und als Träger- oder Wirkstoff. Ebenfalls wird es zur Herstellung von Biodiesel eingesetzt. Durch seinen hohen Ertrag ist ebenfalls es sehr billig. Nach Sojaöl ist es mit knapp 30% Anteil am Marktumsatz das meist angebaute Pflanzenöl der Welt.[2]

Was sind die Probleme mit Palmöl ?

Der Anbau von Palmöl steigt stetig an, so gab es im Jahre 2014 auf 2015 einen 15% Anstieg, von 57,3 Millionen Tonnen, auf 60 Millionen Tonnen.[3] Hierdurch müssen, trotz seines hohem Ertrages riesige Plantagen angelegt werden. In den Jahren von 1990 bis 2005 wurden 1,87 Millionen Hektar in Malaysia, und rund 3 Millionen Hektar Plantagen in Indonesien angelegt.[4] Der Großteil dieser Plantagen entstand hierbei durch die Rodung der dortigen Regenwälder. Zudem soll es auf den Plantagen zu ungerechten Arbeitsbedingungen, oder gar Zwangs- und Kinderarbeit kommen. Dazu zählen auch ungenügende Schutzausrüstung der Arbeiter, wodurch es zu vielen Vergiftungen und Todesfällen, durch das häufig eingesetzte Herbizid Paraquat kommen. Laut dem wissenschaftlichem Magazin „Spektrum“ sollen die Treibhausgasemissionen ebenfalls massiv in die Höhe geschossen sein.[5] Beim Fertigprodukt kann es ebenfalls durch sogenannte Prozesskontaminanten dazu kommen, dass Fremdstoffe wie 2-, und 3-MCPD sowie Glycidol darin zurückbleiben. Die IARC stuft Glycidol als „möglicherweise Krebserregend“, und MCPD als genotoxisch ein.[6] Nach Studien der EFSA enthält Palmöl als Mittelwert rund 3.955μg/Kg Glycidol. Andere Pflanzenöle dabei zwischen 300 und 15μg/kg.[7] Zudem gibt es nur für den Anbau, für die Verwendung als Biodiesel, strenge ökologische und ökonomische Richtlinien. Der Anbau für die Verwendung als Lebensmittel oder Verbrauchsgüter hat solche Regelungen nicht. Selbst Öko-Siegel müssen nichts aussagen. Das RSPO ist eines der Gütesiegel, welches ausreichende Aussagekraft besitzt, steht aber in der Kritik der „Rettet den Regenwald e.V“ nicht genug auf Rodung und Klimawandel einzugehen.[8]

Gibt es Alternativen ?

Alles in allem, nein. Palmöl ist derart ergiebig, und vielseitig, dass es kaum Alternativen gibt. Als Ersatz käme Kokosöl in frage, der adäquate Anbau dessen Erzeugers jedoch würde die benötigte Anbaufläche um ein 5-faches vergrößern, und die Treibhausgasemissionen um knapp 308 Millionen Tonnen erhöhen.[9] In Kosmetikartikeln kann Palmöl durch andere Fette ersetzt werden. Nachhaltige Kosmetik verzichtet meist ganz auf Palmöl, und setzt hierbei lieber Sheabutter, Kakaobutter und Kokosöl ein. Tenside können ebenfalls aus anderen Materialien hergestellt werden, und es gibt einige Alternativen zu solchen, die auf Palmöl basieren. Ganz abschaffen können wird man das Palmöl, oder zumindest seine negativen Aspekte auf die Umwelt erstmals nicht. Aber ein Blick auf die Inhaltsstoffe und eine kurze Suche nach dem RSPO-Siegel kann für Interessierte zumindest etwas Aufschluss geben.[10]

Quellen und Infos zum nachlesen :

FAO Suchmaschine[3]

NewScientist Artikel zur Rodung für Palmölplantagen[4]

Spektrum Artikel zu Palmöl und Treibhausgasen[5]

Artikel zu MCPD und Glycidol[6][7]

Wikipedia[1][2][8][9][10]

 

Talkum in Kosmetika – Was macht es da ?

Was ist Talkum ?

Das Talkum ist ein Mineral namens Steatit, welches Hauptbestandteil des Specksteins ist. Es hat die chemische Formel Mg3[Si4O10(OH)2], das sogenannte Magnesiumsilikathydrat. Es ist ein recht häufiges Mineral, mit der Moh´s Härte 1 (mit dem Fingernagel verreibbar). Es ist damit sehr weich, und gilt als weichstes Mineral auf der Moh´s Skala.[1]

Wo wird Talkum benutzt ?

Talkum wird in vielen Industrien als Füll-, und Gleitmittel, in Lebensmitteln als Trennmittel, und in der Kosmetik als Basis für Puder. In der Elektrik findet es Anwendung als Isoliermittel für Kabel oder in Sicherheitseinsätzen. Es wurde eine lange Zeit in Babypuder benutzt, bis es von Windeln mit saugstärkerem Material abgelöst wurde. Als Speckstein wird es in der plastischen Kunst eingesetzt, da es sehr leicht zu bearbeiten ist.[2]

Wie gefährlich ist Talkum ?

Talkum wird schon seit dem Altertum für unterschiedliche Dinge verwendet. Inden 1960er Jahren wurde es industriell für allerlei Verwendungszwecke verkauft. So war es um 1980 auch sehr prominent in Babypudern. Diese wurden hierbei durch saugstarke Windeln abgelöst, nicht zuletzt auch deshalb, dass viele Tode und Krankheitsfälle von Säuglingen und Kindern auf die Verwendung von Babypudern mit Talkum zurückzuführen war. Beim Einatmen von Talkum können Lungenentzündungen durch Feinstaubanlagerungen entstehen. Ein direktes Krebsrisiko ist bis jetzt nicht eindeutig vorhanden, faserartiges Talkum hat jedoch ähnliche Wirkungen auf die Lunge wie Asbest. Auf der Haut können Talkumpartikel größer als 100μm ebenfalls zu sogenannten Granulomen kommen. Problematisch werden diese besonders bei offenen Wunden. Zudem wurde bewiesen, dass Frauen, welche Talkumpuder im Genitalbereich häufiger anwendeten, ein um 40% höheres Risiko haben, an Eierstockkrebs zu erkranken.[3]

Gibt es Alternativen ?

Alternativen zu Talkum sind z.B. Maisstärke, Reismehl und Backpulver. Feuchte organische Medien bieten jedoch einen guten Nährboden für Pilze, besonders Hefe. Das Babypuder wurde bereits abgelöst, und in der Industrie herrschen strenge Vorschriften im Bezug auf Schutzausrüstung. Kosmetikartikel legen ebenfalls bereits dem Talkum ab. Das Talkum selbst ist jedoch nicht giftig. Es ist als Feinstaub, beim einatmen gesundheitsschädlich, herrscht jedoch nicht die Gefahr des Einatmens, wie z.B. bei Cremes mit gebundenem Talkum, so ist es eigentlich harmlos. Man sollte generell vermeiden jegliche Pulver einzuatmen, da hiervon eigentlich die Gefahr ausgeht.[4]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Wikipedia[1][2][3][4]

Kohle in Kosmetik – Was ist Aktivkohle ?

Was ist Aktivkohle ?

Aktivkohle ist grob bis feinkörnige Kohle mit einer sehr großen Oberfläche. Sie findet Anwendung in vielen Bereichen von der Industrie, über Medizin, bis hin zur Heimtechnik. Sie wird meist als Körner oder feinkörniges Pulver verkauft.[1]

Wie funktioniert Aktivkohle ?

Aktivkohle hat eine riesige Oberfläche. Mit zwischen 300 und 2000m2/g hat ein Gramm A-Kohle ungefähr die Oberfläche eines Fußballfeldes. Mit dieser sehr großen Oberfläche kommen auch sehr große Oberflächenkräfte. Durch diese Kräfte ist die A-Kohle in der Lage jegliche Partikel zu binden. Zu solchen Partikeln gehören Staub- und Schmutzpartikel oder Gift-, Farb- und Aromastoffe.[2]

Wie wird A-Kohle hergestellt ?

Aktivkohle wird aus jeglichen Quellen für Kohlenstoff, wie Pflanzenmaterial aber auch durch Stein- und Braunkohle hergestellt. Hierbei werden organische Verbindungen so lange chemisch oder physikalisch behandelt, bis hauptsächlich Kohlenstoff übrig ist. Anschließend wird diese Kohle „aktiviert“, indem man, mittels Oxidation mit Wasserdampf oder Luftsauerstoff Teile der Kohle in Kohlenstoffmonoxid und anschließend in Kohlenstoffdioxid umsetzt. Hierdurch entsteht ein löchriges, schwammiges Netz aus aktivierter Kohle. [3]

Wo wird Aktivkohle eingesetzt ?

A-Kohle wird in der Reinigung und Aufarbeitung in Klima-, und Belüftungsanlagen, als Träger von Katalysatoren und Aufarbeitungsmittel in der Chemie, als Giftstoff bindender Stoff in der Medizin, zur Entfernung von unerwünschten Geschmacks-, oder Farbstoffen in Lebensmitteln (z.B. in Wodka und Rum), als Filter in Atemschutzmasken und als Aquarien-, Teich- und Trinkwasserfilter genutzt. Zudem findet es Anwendung in der Kosmetik, in Zahnpasta, wo es einen aufhellenden, und in Gesichtsmasken, in welchen es einen Fett- und Schmutzpartikel bindenden Effekt hat.[4]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Wikipedia[1][2][3][4]

Pestizide – Was ist das Eigentlich ?

Was sind Pestizide ?

Das Wort „Pestizid“ lässt sich aus dem Lateinischem, pestis → Seuche, und caedere → töten ableiten. Pestizide sind Chemikalien, welche das Fortbestehen von ungewollten und oder schädlichen Lebewesen vermindern. Sie werden im Pflanzenschutz, für den Anbau von u.a. Früchten, Obst, Gemüse und Getreide, sowie für dem hygienischem Schutz in der Herstellung, Verarbeitung, Verpackung und Verteilung von Lebensmitteln und dergleichen genutzt.[1]

Was sind Pestizide chemisch ?

Pestizide bezeichnet die Übergruppierung aller Mittel, welche dem Schutz von Pflanzen und Menschen vor Schädlingen und Mikroorganismen dienen. Sie haben viele Untergruppen, wovon die Relevanten die Folgenden sind:

  • Pflanzenschutzmittel; Sie schützen Pflanzen vor Fressfeinden und Erregern

  • Biozide; Sie haben viele Zielorganismen, darunter Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze, sowie größere Organismen so z.B. Insekten oder Nager.

  • Herbizide; Unkrautvernichter, welche gezielt oder Radikal gegen pflanzliches Leben vorgehen.

Zu den Pflanzenschutzmitteln zählen Biozide, Herbizide, sowie Wachstumsregulatoren. Solche sind z.B. Insektizide, welche hauptsächlich aus Phosphorsäureestern, Carbamaten, Neonicotinoiden und Pyrethroiden zählen. Natürliche Insektizide sind z.B. Nikotin, Anabasin oder Piperin. Zu den angewandten Herbiziden gehören Aminosäurederivate wie das Glyphosat (eingestuft nach WHO als Karzinogen 2A, „steht im starkem Verdacht Krebs im Menschen auszulösen“[2]). Diese machen ca. 18% der weltweit eingesetzten Herbizide aus[3]. Die Sulonylharnstoffe, wie z.B. das Amidosulforon (Nach GESTIS-Stoffdatenbank stark Gewässergefährdend[4]). Diese machen rund 10,8% der weltweit eingesetzten Herbizide aus. [5]

Die Biozide finden hierbei abseits des Anbaus von Pflanzen, in der Verarbeitung, Herstellung und Verteilung von Lebensmitteln und anderen Verbrauchsgütern Anwendung. So z.B. Desinfektionsmittel mit den Subkategorien der Bakterizide (töten Bakterien ab), Viruzide (töten Viren ab), Algizide (töten Algen ab) und den Fungiziden (töten Pilze ab). Solche Stoffe sind mit unter Aldehyde, Alkohole sowie chlorhaltige Substanzen. Zudem gehören zu den Bioziden noch die Rodentizide, die Nagetierbekämpfungsmittel, meist Cumarin Derivate, welche die Blutgerinnung unterbinden. Außerdem gibt es Avizide (gegen Vögel), Molluskizide (gegen Schnecken), Piscizide (gegen Fische), Akarizide (gegen Arthropoden) und Nematizide (gegen Fadenwürmer).[6] Alle haben ihre jeweiligen zugelassenen und verbotenen Stoffe.[7]

Wie gesundheitsschädigend sind Pestizide ?

Pestizide können potenziell Schäden an Ökosystemen, Menschen, und Organismen, für welche sie nicht gemacht sind anrichten. Sie sind ein ständig auftretendes und schwer zu behandelndes Thema. Viele Studien zu Pestiziden haben keine genauen Aussagen gegenüber ihrer Toxikologie, KRM-Wirkung, oder Ökotoxikologie. So gibt es kein klares Bild gegenüber den, im Moment genutzten, Pestiziden. Sie bewegen sich in Grauzonen, welche klare Applikationen in Kontrast zu ungenauen, möglichen Schäden darstellen, also dem Nutzen der Sicherheit aufgrund von Unwissenheit vorziehen. In den letzten Jahrzehnten wurden einige Pestizide verboten.[8] Und ein paar sogar Weltweit, als Teil der sogenannten Dreckigen Zwölf (engl. „Dirty Dozen“)[9]. Auch wenn in Deutschland die Regelung nach der Grundgedanken „As low as reasonably achivable“ für die Grenzwerte von, mit Pestiziden belassenen Obst, Gemüse und Getreide streng einzuhalten sind, so werden jene Mengen, welche gefunden werden noch als schädlich eingeschätzt.[10]

Pestizide in der Kosmetik

Besonders in der Naturkosmetik, in welcher pflanzliche Inhaltsstoffe einen Großteil der Komposition ausmachen, stellt sich die Frage „Gibt es Pestizidrückstände ?“. Je nach ursprünglicher Überzeugung stellt sich diese Antwort anders ein. Wurden die Pflanzen ohne Pestizide angebaut, befinden sich keine im Pflanzenrohmaterial. Wurden sie mit Pestiziden angebaut, befinden sich diese Spurenweise im Pflanzenrohmaterial. Und dennoch, es können Biozide im Endprodukt enthalten sein. Stoffe, welche das Produkt selbst schützen. Natürlich keine derartigen, wie sie im großflächigem Anbau genutzt werden, aber dennoch. [11]

Gibt es Alternativen ?

Es gibt natürliche Quellen von Pflanzen eigenen Pestiziden, Nikotin, Anabasin, Piperin und die im Moment interessante Pelagronsäure. Oder natürliche Fressfeinde von Schädlingen. Doch sind sie für den Bedarf des Menschen nicht effektiv genug, oder sorgen für andere Probleme bei der Ernte oder der Weiterverarbeitung. Alleine Deutschland hat einen Jahresverbrauch von über 48 Tausend Tonnen von Pestiziden aller Art (stand 2017)[12]. Biologische Pestizide sind jedoch auf dem Vormarsch, werden aber wohl nicht zuletzt auch durch den wirtschaftlichen Aspekt zurückgehalten. 2017 stieg der weltweite Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln um 5,6% auf rund 47,62 Milliarden Euro.[13] Dennoch schreitet die Forschung stetig voran, und vielleicht bekommen die „dirty dozen“ bald noch ein dutzend dazu.

Was heißt all dies nun ?

Pestizide sind nicht umsonst ein derart schweres Thema. Ohne sie wäre es gesünder, umweltfreundlicher, hyperbolisch gar utopisch. Im Moment jedoch ist es genau das, Utopie. Mit rund 7,6 Milliarden Menschen, viele mit quasi nichts und noch mehr die jetzt schon ums Überleben kämpfen, muss man an die Versorgungsnöte denken. Ein ähnlich schweres Thema wären Kernkraftwerke. Sie sind bei weitem nicht Umweltfreundlich, und zudem stellen sie auch eine enorme Gefahr dar. Atomkraft liefern zwar nur ca. 11,7% (stand 2017)[14] des Stroms, aber würden nun vom einem Tag auf den anderen diese 11,7% fehlen, so würden die Kosten ins unbezahlbare steigen. Gleichermaßen gilt dies für Pestizide, es wäre besser ohne sie, doch könnten wir den Bedarf nicht decken, nicht für die die die jetzt schon hungern, nicht für die die vor dem Hunger bangen, und auch nicht die, die im Moment nicht vom Hunger betroffen sind.

Quellen und Info zum nachlesen:

Eintrag zu Pestiziden des Bundesinstitutes für Risikobewertung[6][7][8]

Stockholm Convention zu den „dirty dozen“[9]

Statistiken zur Stromerzeugung[14]

Artikel zum Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln des Industrieverbandes Agrar[13]

PDF des Bundesamtes für Verbraucherschutz zu Pflanzenschutzmitteln (download)[12]

Eintrag der IARC unter WHO zu Glyphosat[2]

Wikipedia[1][3][4][5][10][11]

Hautaufhellung – Was passiert, und wieso überhaupt ?

Was ist Hautaufhellung und warum überhaupt ?

Hautaufhellung ist eine Praktik, bei welcher die Herstellung des Melanins gehemmt wird, wodurch die Haut heller wird. Beliebt ist sie vor allem in Afrika und Asien, dort ist eine helle Haut kulturell angesehen und bringt gewisse soziale Vorteile. Hauptsächlich ein weltbildlicher Aspekt in Asien, erhoffen sich die Menschen in Afrika höhere Chancen auf Heirat und Arbeit.[1] Es wird aber auch in vielen anderen Ländern praktiziert. Hierbei werden hauptsächlich medizinisch Pigmentstörungen und Krankheiten behandelt. Zudem wird kosmetisch der Teint ausgeglichen.[2]

Was wird benutzt, und wie wirkt es ?

In Japan wurde eine lange Zeit nach möglichen Stoffen gesucht, dort sind hauptsächlich Kojisäure und Rucinol im Einsatz. Die einzigen in Deutschland zugelassenen aufhellende Stoffe sind Mischungen aus Hydrochinon, Tretinoin und Hydrocortison. Sie wirken hauptsächlich indem sie die Melaninsynthese im Körper beeinflussen.[3] Melanin ist ein Pigment im Körper, welches die dunkle Farbe der Haut gibt. Ebenfalls schützt uns Melanin vor UV-Strahlung. Nebenwirkungen dieser Bleichmittel sind:

  • Hydrochinon: Ist nach REACH als Kanzerogen eingestuft (ECHA Evaluation – Punkt 7.9.5)[4]

  • Tretinoin: Verursacht bedingt Hautreizungen

  • Hydrocortison: Ist ein Körpereigenes Stresshormon, welches im Stoffwechsel beteiligt ist. Bei längerer Exposition kann es zu Hautverdünnung, Akne oder Dermatitis (primär im Bereich um den Mund) führen.

In manchen Teilen Asiens und Afrikas greift man oftmals auch zu gefährlicheren Mitteln zurück, so z.B. Quecksilber. [5]

Gibt es Alternativen ?

Als Alternativen kommen Stoffe in Frage, welche als leichte Tyrosinasehemmer fungieren. Diese verhindern, dass aus Tyrosin Melanin hergestellt wird. Sie finden sich in synthetischen, so wie natürlichen Quellen. z.B. Kojisäure, Vitamin C, das ortho-Vanillin oder verschiedene Inhaltsstoffe, des Süßholzwurzelextrakts.[6] Zudem können alpha-Hydroxycarbonsäuren benutzt werden, um alte, dunklere, Hautschichten abzutragen (das sogenannte Fruchtsäurepeeling).[7]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Das „Skin bleaching“ in Afrika[1][5]

ECHA Evaluation zu Hydrochinon[4]

Wikipedia[2][3][6][7]

UV-Filter in Kosmetika – Was machen sie und sind sie gefährlich ?

Was ist UV-Strahlung ?

UV-Strahlung ist ein bestimmter Wellenlängenbereich des Lichts, welcher energetischer ist als sichtbares Licht. Sie tritt natürlich auf, ist aber auch künstlich erzeugbar. Sie umfasst die Bereiche um380-315nm (nahes UV/UV-A), 315-280nm (mittleres UV/UV-B) und 280-200nm (fernes UV/UV-C).[1]

Abb. 1 Die Sonne, beruhend auf Fusion, erzeugt UV-Strahlen aller Art.

Wo entsteht UV-Strahlung ?

UV-Strahlung kommt natürlich in Form der Sonnenstrahlung vor. Hierbei gibt die Sonne Strahlung von UV-A bis UV-C (sowie einige andere Wellenlängen des Spektrums) aus. Ein Großteil dieser Strahlung wird von der Ozonschicht absorbiert, wodurch UV-C so gut wie gar nicht, UV-A und UV-B verringert vorkommen. Man kann UV-Strahlung auch erzeugen, so z.B. durch Quecksilber oder Quarzlampen.[2]

Was macht UV-Strahlung, und benutzen wir sie ?

UV-Strahlung hat unterschiedliche Anwendungsbereiche, und je nach Wellenlänge andere Eigenschaften. Sie teilen jedoch untereinander einige Eigenschaften. So sind UV-Strahlen für das menschliche Auge unsichtbar, sie können chemische Bindungen spalten und kann Eiweiße denaturieren. Wir benutzen UV-Strahlung in einer Vielzahl von Dingen, so z.b. als harmloses Party Licht (Schwarzlicht), zur Desinfektion von Oberflächen, in der Analytik (Spektroskopie) oder im Solarium. UV-A Strahlung sorgen für viele Licht bedingte Hautschäden, UV-B Strahlen lösen Hautkrebs aus. [3]

Was sind UV-Filter ?

Ein UV-Filter ist ein Stoff, welcher UV-Strahlen zu harmlosere Infrarotstrahlen (Wärmestrahlung) macht. Hierbei gibt es Filter für den UV-A, UV-B und UV-C Bereich, sowie Breitbandfilter, welche mehrere Teile dieser Bereiche abdecken. Diese Filter fungieren auf dem Prinzip der Stokes-Verschiebung. Hierbei wird bei der Absorption der UV-Strahlung ein Teil der Energie gespeichert, und die Strahlung selbst schwächer Emittiert (wieder abgegeben).[4]

Welche UV-Filter werden in Kosmetika verwendet und wieso ?

UV-Filter werden als Sonnenschutz, in Lotion und Cremes verwendet. Hierbei schützen sie Zellen und DNA vor Schädigung durch UV-A und UV-B. Sonnenschutzprodukte kommen in verschiedenen „Stärken“, welche unter dem Lichtschutzfaktor (SPF) eingeteilt sind. Diese reichen von einem SPF von 6 (niedrig) bis zu einem SPF von 50+ (Sehr hoch). Solche Sonnenschutzmittel stellen organische Substanzen z.B. Benzophenon, Benzylidencampher oder Homosalat. Organische UV-Filter sind meist Derivate von Campher, Salicylsäure oder Zimtsäure. Anorganische UV-Filter sind z.B. Titandioxid (TiO2) oder Zinkoxid (ZnO). Von diesen UV-Filtern werden zudem Nanopartikel benutzt.[5]

Sind UV-Filter in Kosmetika gefährlich ?

UV-Filter können allergische und photoallergische Reaktionen hervorrufen. Einige UV-Filter können sich auf Geschlechtshormone auswirken, wobei dieser Effekt klar in Fischen ist (Verweiblichung von Fischen), jedoch beim Menschen nicht relevant zu sein scheint. 4-Methybenzylidencampher konnte hierbei jedoch nicht ausgeschlossen werden, diese Substanz ist hierbei zu vermeiden. Auch anorganische Stoffe, wie TiO2 und ZnO sind nicht gefahrlos. TiO2 und ZnO sind beim einatmen Krebserregend (das Einatmen kommt jedoch in Sonnenschutzmitteln nur bei Puder und Spray vor), Nanopartikel aus Titandioxid und Zinkoxid haben zytotoxische Eigenschaften (d.h. Sie können Zellen und Gewebe schädigen), zudem können sie durch UV-Strahlung Radikale ausbilden, welche organisches Material abbauen können. Nanopartikel dieser Metalloxide können ebenfalls mit Lymphozytentransformations-Tests bei einigen Nutzern nachgewiesen werden. Zinkoxid dringt hierbei nur bis in die Epidermis, Titandioxid in die äußerste Hautschicht (lat. Stratum corneum).[6][7]

Gibt es Alternativen zu herkömmlichen UV-Filtern ?

Leider nein. Es wird bereits an Alternativen geforscht und es wurden einige vielversprechende Kandidaten gefunden. Bis jetzt ist aber noch kein klares ‚Ok‘ für diese Stoffe ausgesprochen worden. Stoffe wie; Avobenzon, Amiloxat, Bemotrizinol oder Octyltriazon sind bisher nicht als toxisch eingestuft, die Evaluationen durch REACH und die zuständigen Gesundheitsämter jedoch lassen auf sich warten. Bisher gilt: Von einigen Stoffen wie z.b. 4-Methylbenylidencampher sollte man ganz die Finger lassen. Menschen welche allergisch auf manche organische UV-Filter reagieren sollten zu TiO2 und ZnO greifen (weißliche Produkte enthalten meistens „normale“ Größen von TiO2 und ZnO, transparente hingegen oft Nanopartikel. Welche man hierbei nimmt, hängt von einem selbst ab). Als Grundgedanke sollte man sich hierbei den Vergleich der Risiken nehmen, so ist die Chance auf Hautkrebs beim nicht benutzen von Sonnenschutz höher als das Risiko durch das Benutzen. Der Umwelt zuliebe sollte man etwas sparsamer mit Sonnenschutz umgehen, und wer doch ganz darauf verzichten möchte, muss sich anderweitig vor der Sonne schützen, so z.B. durch lange Kleidung.[8]

Quellen und Infos zum Nachlesen:

Wissenschaftlicher Artikel zu Zinkoxid Nanopartikeln[6][7]

Wissenschaftlicher Artikel zu Titandioxid Nanopartikel [6][7]

Wikipedia[1][2][3][4][5][8]