Palmöl in Kosmetik – Was ist das Problem ?

Was ist Palmöl, und wo kommt es her ?

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Sie ist ca. dreimal so ertragreich, wie Raps, und benötigt nur ein sechstel der Anbaufläche von Soja, bei selber Ausbeute. Je nachdem aus welchem Teil der Ölpalme das Palmöl gewonnen wird, hat es eine andere Zusammensetzung. Das Öl aus den Früchten hat einen sehr hohen Anteil an Öl- und Palmitinsäure. Das Öl aus den Kernen hat einen sehr hohen Anteil an Laurinsäure. Das Palmöl hat ebenfalls eine ungewöhnlich große Menge an A Vitaminen und Tocopherol.[1]

Wo wir Palmöl benutzt ?

Palmöl ist sehr vielseitig. Es wird in Lebensmitteln benutzt, wobei es zum Kochen, Braten, Backen, sowie zur Herstellung von Süßigkeiten und Margarine eingesetzt wird. Es findet sich heutzutage fast in jedem zweitem Produkt in deutschen Supermärkten. Ebenfalls wird es zu Herstellung von Tensiden benutzt, besonders dem Natriumlaurylsulfat. Zudem findet es Anwendung in der Kosmetik, als Konsistenzgeber und als Träger- oder Wirkstoff. Ebenfalls wird es zur Herstellung von Biodiesel eingesetzt. Durch seinen hohen Ertrag ist ebenfalls es sehr billig. Nach Sojaöl ist es mit knapp 30% Anteil am Marktumsatz das meist angebaute Pflanzenöl der Welt.[2]

Was sind die Probleme mit Palmöl ?

Der Anbau von Palmöl steigt stetig an, so gab es im Jahre 2014 auf 2015 einen 15% Anstieg, von 57,3 Millionen Tonnen, auf 60 Millionen Tonnen.[3] Hierdurch müssen, trotz seines hohem Ertrages riesige Plantagen angelegt werden. In den Jahren von 1990 bis 2005 wurden 1,87 Millionen Hektar in Malaysia, und rund 3 Millionen Hektar Plantagen in Indonesien angelegt.[4] Der Großteil dieser Plantagen entstand hierbei durch die Rodung der dortigen Regenwälder. Zudem soll es auf den Plantagen zu ungerechten Arbeitsbedingungen, oder gar Zwangs- und Kinderarbeit kommen. Dazu zählen auch ungenügende Schutzausrüstung der Arbeiter, wodurch es zu vielen Vergiftungen und Todesfällen, durch das häufig eingesetzte Herbizid Paraquat kommen. Laut dem wissenschaftlichem Magazin „Spektrum“ sollen die Treibhausgasemissionen ebenfalls massiv in die Höhe geschossen sein.[5] Beim Fertigprodukt kann es ebenfalls durch sogenannte Prozesskontaminanten dazu kommen, dass Fremdstoffe wie 2-, und 3-MCPD sowie Glycidol darin zurückbleiben. Die IARC stuft Glycidol als „möglicherweise Krebserregend“, und MCPD als genotoxisch ein.[6] Nach Studien der EFSA enthält Palmöl als Mittelwert rund 3.955μg/Kg Glycidol. Andere Pflanzenöle dabei zwischen 300 und 15μg/kg.[7] Zudem gibt es nur für den Anbau, für die Verwendung als Biodiesel, strenge ökologische und ökonomische Richtlinien. Der Anbau für die Verwendung als Lebensmittel oder Verbrauchsgüter hat solche Regelungen nicht. Selbst Öko-Siegel müssen nichts aussagen. Das RSPO ist eines der Gütesiegel, welches ausreichende Aussagekraft besitzt, steht aber in der Kritik der „Rettet den Regenwald e.V“ nicht genug auf Rodung und Klimawandel einzugehen.[8]

Gibt es Alternativen ?

Alles in allem, nein. Palmöl ist derart ergiebig, und vielseitig, dass es kaum Alternativen gibt. Als Ersatz käme Kokosöl in frage, der adäquate Anbau dessen Erzeugers jedoch würde die benötigte Anbaufläche um ein 5-faches vergrößern, und die Treibhausgasemissionen um knapp 308 Millionen Tonnen erhöhen.[9] In Kosmetikartikeln kann Palmöl durch andere Fette ersetzt werden. Nachhaltige Kosmetik verzichtet meist ganz auf Palmöl, und setzt hierbei lieber Sheabutter, Kakaobutter und Kokosöl ein. Tenside können ebenfalls aus anderen Materialien hergestellt werden, und es gibt einige Alternativen zu solchen, die auf Palmöl basieren. Ganz abschaffen können wird man das Palmöl, oder zumindest seine negativen Aspekte auf die Umwelt erstmals nicht. Aber ein Blick auf die Inhaltsstoffe und eine kurze Suche nach dem RSPO-Siegel kann für Interessierte zumindest etwas Aufschluss geben.[10]

Quellen und Infos zum nachlesen :

FAO Suchmaschine[3]

NewScientist Artikel zur Rodung für Palmölplantagen[4]

Spektrum Artikel zu Palmöl und Treibhausgasen[5]

Artikel zu MCPD und Glycidol[6][7]

Wikipedia[1][2][8][9][10]

 

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