Was sind Retinoide?
Retinoide sind Substanzen verwand dem Retinol, welches selbst ein Abkömmling der A Vitamine ist. Sie finden sich in tierischen und pflanzlichen Erzeugnissen, und sind essentiell für den Menschen[1].
Was ist Retinol, und welche Aufgaben hat es?

Abb. 1 Die Struktur des Retinols
Retinol ist ein sogenanntes β-Jonon, und gehört zu den A Vitaminen. Diese sind für das Wachstum und Funktionstüchtigkeit der Haut, Schleimhäute, Blutkörperchen und Knochengewebe, sowie Stoffwechsel, Sehvorgang und der Biosynthese von Testosteron und Östrogen[2].
Was sind Retinoide chemisch?
Die Retinoide unterscheiden sich in drei Generationen:
1. Die Nicht-aromatischen z.B. Tretinoin – Die Retinsäure
– Dieses kommt in der Akne Behandlung vor. Und wird ebenfalls als Beihilfe zur Behandlung von Akuten myeloischen Leukämie (AML – Blutkrebs) angewendet. Kann jedoch zu einer Erhöhung des Hirndrucks und Lungenödemen führen. Diese Nebeneffekte haben eine Letalität von 10%, wobei die Heilungsrate von AML 80% beträgt.
2. Die Mono-aromatischen z.B. Acitretin
– Dieses wird in der Behandlung von Schuppenflechte und Verhornungen eingesetzt
3. Poly-aromatischen z.B. Adapalen
-Dieses wird als Aknemittel benutzt, und kann Hautrötungen, Reizungen und Austrocknung verursachen, ist jedoch besser verträglich als Tretinoin
Alle sind Abkömmlinge des Retinols und somit des β-Jonons. Jonone sind für den Menschen bereits ab einer sehr geringen Konzentration riechbar, und haben meist blumige Gerüche. Sie kommen besonders in Beeren, Tee und Tabak vor[3].
Was machen Retinoide in Kosmetika?
In der Kosmetik werden Retinoide häufig gegen Falten eingesetzt, wobei sie nach einigen Studien auch wirklich helfen[4]. Jedoch kommt es recht häufig vor, dass bei der erstmaligen Anwendung die Haut gereizt und gerötet sein kann, dieser Effekt soll gar erwartet werden. Lassen die Nebenwirkungen nach 4-5 Tagen jedoch nicht nach sollte man das Produkt nicht mehr benutzen[5].
Quellen
Wikipedia[1][2][3][5]
Wissenschaftlicher Bericht zur Wirkung von Retinoiden auf die Hautalterung[4]
Häufige Fragen zu Retinoiden
Was ist der Unterschied zwischen Retinol und Retinoiden?
Retinoide sind die übergeordnete Stoffgruppe. Retinol ist ein bestimmtes Retinoid und eine Form von Vitamin A. Weitere Vertreter sind beispielsweise Retinal, Tretinoin und Adapalen, die sich in Wirkung, Anwendung und Verträglichkeit unterscheiden.
Helfen Retinoide gegen Falten?
Für Retinol und bestimmte andere Retinoide liegen wissenschaftliche Hinweise auf Verbesserungen bei feinen Falten und lichtbedingten Hautveränderungen vor. Das Ausmaß der Wirkung hängt vom Wirkstoff, der Formulierung und der Anwendungsdauer ab.
Sind Retinoide für empfindliche Haut geeignet?
Retinoide können Trockenheit, Rötungen und Schuppung verursachen. Bei empfindlicher Haut ist deshalb besondere Vorsicht geboten. Eine niedrige Anwendungshäufigkeit kann die Verträglichkeit verbessern; bei anhaltenden Beschwerden sollte die Anwendung unterbrochen werden.
Sind Retinoide und Retinol in der Schwangerschaft geeignet?
Das hängt vom konkreten Wirkstoff ab. Für bestimmte medizinische Retinoide gelten strenge Gegenanzeigen während der Schwangerschaft. Auch bei kosmetischen Vitamin-A-Produkten sollte die individuelle Situation ärztlich oder pharmazeutisch abgeklärt werden. Verschreibungspflichtige Retinoide dürfen nicht eigenständig angewendet werden.
Ist Bakuchiol ein Retinoid?
Nein. Bakuchiol besitzt eine andere chemische Struktur und gehört nicht zur Stoffgruppe der Retinoide. Es wird dennoch als pflanzlicher Wirkstoff untersucht, der bestimmte kosmetische Effekte ähnlich denen von Retinol zeigen könnte.


