Der Markt für Naturkosmetik boomt, da immer mehr Verbraucher Wert auf Nachhaltigkeit und reine Pflanzenkraft legen. Wenn Sie erfolgreich eine Naturkosmetik Marke aufbauen möchten, müssen Sie wissen: Was macht echte Naturkosmetik aus, welche Rohstoffe sind erlaubt und wie gelingt die Zertifizierung? In diesem Leitfaden erfahren Sie alles über die gesetzlichen Grundlagen und wie Sie Ihre Produkte sicher am Markt positionieren.

Was ist Naturkosmetik?

Obwohl die Begriffe „Naturkosmetik“ und „Biokosmetik“ in Europa rechtlich nicht einheitlich geschützt sind, gibt es klare Standards, an denen sich der Markt orientiert. Echte Naturkosmetik verwendet Inhaltsstoffe, die aus der Natur stammen – Pflanzenextrakte, ätherische Öle, natürliche Fette, Wachse, Mineralien und auch tierische Produkte wie Honig, Bienenwachs oder Lanolin.
Ziel ist es, die natürlichen Funktionen der Haut mit Stoffen zu unterstützen, die dem körpereigenen Aufbau ähneln. Der Verzicht auf synthetische Stoffe wie Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe sowie von Silikonen, Parabenen oder Mikroplastik steht dabei im Vordergrund.

Welche Inhaltsstoffe sind in der Naturkosmetik erlaubt?

Die chemische und regulatorische Entwicklung konformer Naturkosmetik Rezepturen basiert auf fünf klaren Rohstoffklassen nach den Richtlinien führender Zertifizierer:
  • Natürliche Rohstoffe: Unveränderte Stoffe pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ursprungs. Dazu gehören pflanzliche Öle, Fette und Wachse (z. B. Mandelöl, Sheabutter), Heilerde sowie Stoffe vom lebenden Tier (z. B. Honig, Bienenwachs, Lanolin). Rohstoffe vom toten Wirbeltier (z. B. tierisches Kollagen) sind strikt verboten. Auch direkt gewonnene Pflanzensäfte (wie Aloe Vera Saft), Fruchtextrakte und Blütenwässer (Hydrolyte) fallen in diese Kategorie und dienen oft als wirkstoffreiche Basis anstelle von reinem Wasser.
  • Biotechnologische Rohstoffe: Durch Fermentation mittels Mikroorganismen gewonnene High-Tech-Wirkstoffe und Hilfsstoffe (z. B. vegane Hyaluronsäure, Ectoin, Beta-Glucan oder der Stabilisator Xanthan Gum).
  • Naturnahe Rohstoffe: Chemisch modifizierte Naturstoffe für technologische Funktionen, gewonnen über definierte Prozesse wie Veresterung (z. B. pflanzliche Zuckertenside und Emulgatoren).
  • Naturidentische Rohstoffe: Im Labor exakt nachgebaut. Nur zulässig für ausgewählte Konservierungsstoffe (Benzylalkohol, Salicylsäure) und anorganische Mineralpigmente (Eisenoxide).
  • Reines Wasser: Mikrobiologisch einwandfreies, gereinigtes, destilliertes oder demineralisiertes Wasser als klassische Rezepturbasis.

Welche Inhaltsstoffe sind in der Naturkosmetik verboten?

Um die Kriterien etablierter Siegel zu erfüllen und Greenwashing auszuschließen, sind folgende Rohstoffgruppen in der Produktion komplett untersagt:
  • Silikone: Synthetische Polymere (z. B. Dimethicone), die okklusiv wirken und biologisch nicht abbaubar sind.
  • Parabene & Phthalate: Synthetische Konservierungs- und Weichmacherstoffe mit potenziellem endokrinen (hormonellen) Risiko.
  • Mineralöle & Paraffine: Erdöl-Derivate, die keine essenziellen Fettsäuren liefern und die Hautbarriere stören können.
  • Synthetische Duft- & Farbstoffe: Künstliche Parfümöle und Azofarbstoffe mit hohem Sensibilisierungs- und Allergiepotenzial.
  • Mikroplastik & PEGs: Feste oder flüssige synthetische Polymere sowie ethoxylierte Tenside.

Naturkosmetik zertifizieren: Welche Siegel sind wichtig?

Die regulatorische Absicherung erfolgt über unabhängige Zertifizierungsstellen. Für den europäischen Markt sind drei Standards maßgeblich:

1. COSMOS Standard (BDIH / Ecocert / IONC)

  • COSMOS NATURAL: Keine feste Mindestquote für Bio-Rohstoffe, jedoch strikte Einhaltung der erlaubten Prozesse.
  • COSMOS ORGANIC: Mindestens 95 % der physikalisch verarbeiteten pflanzlichen Inhaltsstoffe müssen aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) stammen.

2. NATRUE

  • Striktes Drei-Sterne-System (Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bio-Anteil, Biokosmetik).
  • Definiert für jede Produktkategorie (z. B. Emulsionen, wasserfreie Öle, Tensidprodukte) individuelle Mindestgehalte an reinen Naturstoffen.

3. NCS (Natural Cosmetics Standard)

  • Herausgegeben von der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW). Besonders attraktiv für unabhängige Marken, da das Siegel ohne teure Verbandsmitgliedschaft auskommt.
  • Garantiert den kompletten Verzicht auf Gentechnik, radioaktive Bestrahlung sowie Mikroplastik und fordert umweltfreundliche Verpackungen.
  • Bietet vier spezifische Auslobungen: NCS Standard, NCS Organic Quality (mind. 95 % kbA), NCS Vegan(verbietet auch tierische Stoffe wie Honig oder Milch) sowie NCS Vegan Organic Quality.

Wie gründe ich eine eigene Naturkosmetikmarke?

Die Überführung einer Produktidee in eine marktreife, zertifizierte Kosmetiklinie erfordert fundierte Kenntnisse der EU-Kosmetikverordnung (VREG 1223/2009) sowie lückenlose Rohstoffdokumentationen (MSDS, Analysenzertifikate).
Als erfahrener Lohnhersteller und Private Label Partner übernimmt HSM biolab die gesamte Wertschöpfungskette für Sie: von der gesetzeskonformen Rezepturentwicklung im Labor über die Sicherheitsbewertung (Safety Assessment) und Production bis hin zur Durchführung des Audits mit den Zertifizierungsstellen (COSMOS, NATRUE, NCS). Das verkürzt Ihre Time-to-Market und sichert die Verkehrsfähigkeit Ihrer Produkte.

Häufig gestellte Fragen zum Aufbau einer eigenen Naturkosmetik-Marke (FAQ)

Naturkosmetik ist Kosmetik, deren Inhaltsstoffe überwiegend natürlichen Ursprungs (pflanzlich, mineralisch oder tierisch) sind und die ohne synthetische Chemie formuliert wird. Ziel ist es, die natürlichen Funktionen der Haut mit Stoffen zu unterstützen, die dem körpereigenen Aufbau ähneln. Führende Siegel (wie COSMOS, NATRUE oder NCS) garantieren zudem den Verzicht auf Silikone, Parabene, Mineralöle und Mikroplastik sowie den Schutz der Umwelt bei der Rohstoffgewinnung.

Biokosmetik ist eine strengere Unterform der Naturkosmetik, die einen Mindestanteil an Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) vorschreibt. Während Naturkosmetik lediglich verlangt, dass Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind, fordert der Biokosmetik-Standard (z. B. COSMOS ORGANIC) zusätzlich, dass mindestens 95 % der zertifizierbaren pflanzlichen Bestandteile aus Bio-Anbau stammen.

In echter Naturkosmetik sind alle erdölbasierten Rohstoffe, synthetischen Kunststoffe sowie hormonell oder ökologisch bedenkliche Substanzen verboten. Die offizielle Verbotsliste führender Siegel umfasst primär:
  • Silikone und Mineralöle (Paraffine)
  • Parabene und Phthalate
  • Synthetische Duft- und Farbstoffe
  • Ethoxylierte Tenside (PEGs)
  • Festes und flüssiges Mikroplastik
Die Zertifizierung von Naturkosmetik erfolgt über ein standardisiertes, mehrstufiges Prüfverfahren durch eine unabhängige Kontrollstelle wie Ecocert, IONC oder die GfaW. Der regulatorische Prozess gliedert sich in vier zentrale Phasen:
  1. Rezepturprüfung: Lückenloser Abgleich aller Inhaltsstoffe und Rohstoff-Dokumente (MSDS) mit den Kriterien des gewählten Standards (z. B. COSMOS, NATRUE oder NCS).
  2. Verpackungs-Check: Überprüfung der Packmittel auf Umweltfreundlichkeit und Konformität (z. B. Verbot von PVC).
  3. Betriebsaudit: Vor-Ort-Inspektion der Produktions- und Abfüllanlagen des Lohnherstellers zur Sicherung sauberer Trennungsprozesse.
  4. Zertifikatserteilung: Freigabe der Rezeptur und Autorisierung zur Nutzung des offiziellen Siegels auf der Produktverpackung.

Fazit: Qualität und Transparenz sichern den Erfolg Ihrer Naturkosmetikmarke

Der Aufbau einer eigenen Naturkosmetiklinie bietet im aktuellen Marktumfeld hervorragende Wachstumschancen. Der wirtschaftliche Erfolg hängt jedoch maßgeblich von der Kompromisslosigkeit bei den Inhaltsstoffen und einer lückenlosen regulatorischen Absicherung ab. Verbraucher fordern heute absolute Transparenz – Greenwashing wird durch soziale Medien und kritische Apps sofort bestraft.
Die strategische Zertifizierung nach anerkannten Standards wie COSMOS, NATRUE oder NCS ist für neue Marken der effizienteste Hebel, um sofortiges Kundenvertrauen aufzubauen und sich im Handel zu positionieren.
Da die Rohstoffauswahl (von reinem Wasser bis hin zu wirkstoffreichen Pflanzensäften) und die anschließenden Audit-Prozesse hochkomplex sind, minimiert ein erfahrener Entwicklungspartner das unternehmerische Risiko sprunghaft. Mit der fachlichen Expertise von HSM biolab an Ihrer Seite wird aus einer innovativen Produktidee eine rechtssichere, verkehrsfähige und erfolgreiche Premium-Naturkosmetikmarke.

Source:

  • AISBL (2024): COSMOS-standard. Cosmetics Organic and Natural Standard. Version 4.2. Brüssel: COSMOS-standard AISBL. Verfügbar unter: cosmos-standard.org [Zugriff am: 29.09.2026].
  • Europäisches Parlament und Rat (2009): Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel (EU-Kosmetikverordnung). Amtsblatt der Europäischen Union, L 342/59. Verfügbar unter: europa.eu [Zugriff am: 29.09.2026].
  • GfaW (2025): NCS (Natural Cosmetic Standard) – Standard für Naturkosmetik und dessen ethische Vergabekriterien. Bad Soden-Allendorf: Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik (GfaW) mbH. Verfügbar unter: gfaw.eu [Zugriff am: 29.09.2026].
  • NATRUE (2024): NATRUE Label criteria: Requirements to be met by natural and organic cosmetics. Version 3.9. Brüssel: International Natural and Organic Cosmetics Association (NATRUE). Verfügbar unter: natrue.org[Zugriff am: 29.09.2026].