Was ist eine Dauerwelle – Wie entsteht sie ?

Was ist eine Dauerwelle ?

Eine Dauerwelle ist der chemische Umformungsprozess, um Locken oder Wellen in glattes Haar zu bringen, oder im Gegenteil hierzu, lockiges und gewelltes Haar zu glätten. Die heutige Methode wurde um 1906 erfunden[1].

Was passiert mit dem Haar ?

Die Thioglykolsäure Abb. 1

Das Haar selbst besteht äußerlich aus vielen sehr dünnen Fäden aus Keratin, welches an sich, drei lange Ketten aus Aminosäuren, in einem Dreifachhelix verwirbelt, darstellt. Diese werden innerhalb der Ketten von bestimmten Kräften und Bindungen in ihrer Form gehalten. Diese Verbindungen und die daraus resultierenden Formen sind genetisch bedingt. Die zwei Hauptverbindungen, welche diese Formen halten sind Wasserstoffbrückenbindungen und Disulfidbindungen, wobei die Wasserstoffbrücken reine Wechselwirkungen, nicht jedoch chemische Bindungen, sind. Die sogenannte Föhn welle wird nur mit Wasser erreicht, eine wirkliche Dauerwelle über chemische Methoden. Bei der Föhn welle bricht das Wasser die Wasserstoffbrückenbindungen, und lockert somit die Haare auf. Durch die Hitze des Föhns wird nun das Wasser verdunstet, und die Haare nehmen die gestylte Form an. Durch eine innere Spannung der Haare, treten sie sehr schnell wieder, durch kämmen, föhnen und waschen, in ihre Ausgangsform. Bei einer Dauerwelle werden die Haarproteine, also das Keratin, „denaturiert“. Denaturieren, bedeutet ein Protein, welche feste Formen haben um zu funktionieren, zu verformen. Dies geschieht durch Einfluss von Chemikalien oder auch durch Hitze, so werden beim Kochen eines Eies die Proteine im Ei denaturiert, weshalb dieses hart wird. In den Haaren werden hierbei die Disulfidbrücken des Keratins, genauer noch der Aminosäure Cystein als Teil von Keratin, gespalten. Dies geschieht durch Thioglykolsäure und seine Salze. Haar lockernde Präparate beinhalten meist einen pH Stabilisator, so z.B. Ammoniumhydrogencarbonat, welcher einen pH-Wert von 7,5-9, also einen sauren pH-Wert einstellt, einigen Emulgatoren und Tensiden, und der Thioglykolsäure. Anschließend werden mit einem Oxidationsmittel, meist Wasserstoffperoxid, die Disulfidbrücken wieder hergestellt, und somit wieder Festigkeit ins Haar gebracht[2].

Wie läuft der Dauerwellenprozess ab ?

Keine Raketenmaschine, sondern? … ein Apparat zur Herstellung von Dauerwellen! Eine Dame beim Ondulieren ihres Haares mittels eines Dauerwellen – Apparates. Die aus diese Weise hergestellten Dauerwellen halten ein Jahr. (Dezember 1929) Abb. 2

Zuerst werden mit einem Präparat, welches einen pH-Stabilisator, einige Emulgatoren und Tenside, und Cystein (Thioglykolsäure nur noch selten, da Cystein schonender ist) enthält, die Haare aufgelockert. Dieser Prozess dauert zwischen 10 und 30 Minuten, kann jedoch duch Wärme z.B. durch eine Wärme Haube beschleunigt werden. Anschließend wird das Haar gründlich gewaschen, um Reste des Cysteins los zu werden. Nach dem waschen wird das Haar in Form gebracht, und mit einem Oxidationsmittel, hier meist Wasserstoffperoxid wieder Festigkeit gegeben. Im Gegensatz zur Föhn welle hält eine Dauerwelle eine wesentlich längere Zeit, jedoch wird ebenfalls durch eine innere Spannung im Haar, und durch häufiges Waschen, Föhnen und Kämmen die ursprüngliche Form des Haares wiederkehren[3].

Gibt es Probleme oder Folgen durch Dauerwellen ?

Ja gibt es. Die Thioglykolsäure nämlich zersetzt sich bei erhöhten Temperaturen zu Schwefelwasserstoff (SH2) und Schwefeloxiden (S2O, SO2, SO3), welche hoch giftig sind, ebenfalls entsteht Ammoniak, welches als Gas auf Dauer zu schweren Lungen und Augenschäden führen kann. Passt man hier also mit der Trockenhaube nicht auf, kann dies schwere Konsequenzen haben. Zudem greift das Wasserstoffperoxid das Haarpigment an, und wird aufgrund dessen auch zum blondieren benutzt. Die Dauerwelle an sich sorgt, gleich dem Haare färben, nicht für Schäden im Haar (welche nicht gewollt sind, z.B. das zerstören des Melanins beim blondieren)[4].

Quellen

Wikipedia[1][4]

Artikel zur Wiederkehr der Dauerwelle[3]

Artikel zur Dauerwelle – Arten, Dauer, Wirkprinzip [2]

Die Bildrechte gehen an die Besitzer der Bilder. Abb. 2Titelbild

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